Nicht alle, aber immerhin einige Siegerinnen und Sieger aus dem Prix Ars Electronica sind heuer nach Linz gekommen, um am Freitagabend ihre Trophäen, die Goldenen Nicas, persönlich entgegenzunehmen. Die aufgrund der Pandemie nicht angereisten Künstlerinnen und Künstler werden online zugeschaltet.

In der feierlichen Zeremonie im Hof des Schlosses Auhof auf dem Campus der Johannes Kepler Universität (JKU) sollten unter anderem Botschafterin Teresa Indjein, Leiterin der Auslandskultur im Bundesministerium für Europäische und internationale Angelegenheiten, und Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) die Trophäen überreichen.

Den heuer erstmals vergebenen Ars Electronica Award for Digital Humanity nehmen Mitglieder des Branch Magazine entgegen. Branch ist ein Online-Magazin, das von und für Leute gemacht wird, die sich ein nachhaltiges und gerechtes Internet für alle wünschen. Macherinnen und Macher des Magazins gestalteten auch die Themenkonferenz tagsüber in vier Panels zu den Themen Klimagerechtigkeit, "Solarpunk", nachhaltige Digitalisierung, Solidarität sowie kohlenstoffarmes Design und Bildung.

Guangli Liu wird die Goldene Nica in der Computer Animation für seine berührende Arbeit "When the Sea sends forth a Forest" entgegennehmen. Der Chinese widmet sich in eindrücklichen Bildern der Geschichte der chinesischen Bevölkerung Kambodschas, die in den 1970er-Jahren von den Roten Khmer verfolgt, vertrieben und getötet wurde. Anastasia Pistofidou und Marion Real erhalten den Starts Prize der EU-Kommission für innovative Zusammenarbeit für das Projekt "Remix el Barrio - Food Waste Makes". Sie entwickelten im Viertel Poblenou in Barcelona Projekte, die aus Abfall neue Produkte herstellen wie Hundecookies aus Essensresten und Seifen aus Altöl.

Auch die Nica und eine Auszeichnung in der U19-Kategorie werden Freitagabend vergeben - die restlichen Sieger aus dem Jugendbewerb erhalten ihre Preise Samstagvormittag. Felix Senk, Emil Steixner und Max-Jakob Beer von der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien holen den Prix für "re-wire" - eine "nachhaltige" Musikmaschine aus Elektroschrott, die 16 verschiedene Loops abspielen kann. Julia Scheiwein, Zara Dineva, Anna Zoglauer, Caroline Bär von derselben Schule erhalten eine Auszeichnung für ihren Kurzfilm "The Click", der verschiedene aktuelle gesellschaftliche Debatten wie Genderrollen, Eltern-Kind-Beziehungen zugleich humoristisch und kritisch verarbeitet.

In Videobotschaften grüßen die Nica-Gewinner Forensic Architecture (Artificial Intelligence and Life Art) und Alexander Schubert (Digital Musics and Sound Art), Starts-Prize-Sieger Territorial Agency sowie Khyam Allami für den heuer erstmals verliehenen Isao Tomita Special Price.(apa)