Wem gehört das Gemälde "Tarquinius und Lukretia" von Peter Paul Rubens (1577-1640), das nach dem Zweiten Weltkrieg nach Russland gelangte? Um diese Frage dreht sich ein Zivilprozess, der am Dienstag am Landgericht Potsdam startet. Ein russischer Staatsbürger, der das Werk seinen Angaben zufolge 1999 gekauft hat, klagt gegen die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Diese fordert das Kunstwerk des flämischen Malers zurück.

Der Streit um das Gemälde zieht sich seit Jahren hin. Das Werk soll dem Kläger zufolge ab 1930 im Schloss Sanssouci ausgestellt worden sein. Nach Kriegsende sei es nach Russland gebracht und schließlich von ihm gekauft worden. Zeitweise habe er es an Museen verliehen, etwa an die Eremitage in St. Petersburg. Aktuell befindet sich das Werk demnach in einem Lager in Russland.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg forderte das als verschollen gemeldete Gemälde bereits zu Beginn der 2000er Jahre zurück. Die russische Justiz folgte dem Potsdamer Amtsgericht damals und beschlagnahmte das Werk. 2004 entschied das Potsdamer Landgericht jedoch, dass die Beschlagnahmung nicht rechtmäßig war. Nun geht der Streit in eine neue Runde. (apa/dpa)