Auf Skulpturen, die "so nie in unserer Welt existieren könnten", stößt man ab sofort im Wiener MuseumsQuartier: "Flying Eyes" nennt die Künstlerin Eva Schlegel ihre in Kooperation mit dem Architekten-Duo 2MVD entstandenen virtuellen Installationen, die via Handy als Augmented-Reality-Kunstwerke betrachtet werden können. Das Besondere dabei ist, dass die Werke nicht nur statisch im Raum schweben, sondern sich auch bewegen und teilweise vom Betrachter "betreten" werden können. Neben den titelgebenden "Fliegenden Augen" stößt man über dem Brunnen im Haupthof unter anderem auf sich im Wind wiegende Textzeilen in "Read Me", eine wabernde, transparente Kugel ("Ice White") oder ein Schwarzes Loch ("Black Hole Landing"). MQ-Chefin Bettina Leidl freute sich am Donnerstag bei der Presseführung über neue Wahrnehmungsmöglichkeiten des öffentlichen Raums, Schlegel beschrieb ihr Bestreben, "die Schwerkraft zu überwinden" und es den Betrachtern zu ermöglichen, die Arbeiten "von innen und außen" erfahrbar zu machen.

Ermöglicht wurde das Projekt durch die Weiterentwicklung der Augmented-Reality-App "wikar", die als Teil des "DARIAH"-Projekts - eines internationalen Verbundes zur Schaffung einer digitalen Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften - entstanden ist. Hinter 2MVD stehen die Architekten Valerie Messini und Damjan Minovsk. Die App "wikar" ist kostenlos für Android und Apple downloadbar, zu den sieben Kunstwerken gelangt man via am Boden aufgedruckte QR-Codes. Durch das Schwenken der sich in der App öffnenden Kamera erscheinen dann die schwebenden Kunstwerke, die man auch direkt in der App fotografieren (und auf Apple-Geräten auch filmen) kann.