Die heftig umstrittene großflächige Banner-Installation auf der documenta in Kassel wird abgebaut. Dies sollte noch am Dienstag geschehen, sagte Kassels Bürgermeister Christian Geselle (SPD) am gleichen Tag. Das Werk namens "People’s Justice" des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi hatte für eine Welle der Empörung gesorgt, viele sehen antisemitische Motive. Auch die deutsche Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat sich für die Entfernung der Installation ausgesprochen.

Die Installation zeigt unter anderem einen Soldaten mit Schweinsgesicht. Er trägt ein Halstuch mit einem Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift "Mossad" - die Bezeichnung des israelischen Auslandsgeheimdienstes. Die Verantwortlichen der documenta hatten zunächst entschieden, das Werk mit schwarzen Stoffbahnen zu verhängen - erst drei Tage, nachdem es installiert worden war.

"Eindeutig antisemitische Elemente"

Roth sagte, dass das Werk eindeutig antisemitische Bildelemente aufweise. Die bloße Verhüllung und die Erklärung des Künstlerkollektivs Taring Padi dazu seien inakzeptabel. Zudem müsse geklärt werden, wie es zu der Installation dieses Bildes überhaupt haben kommen können. Die Verantwortlichen müssten zudem sicherstellen, dass auf der Ausstellung in Kassel nicht weitere "eindeutig antisemitische Bildelemente" gezeigt würden.

Am Dienstag war die Debatte um den Umgang der Schau mit den Antisemitismus-Vorwürfen weitergegangen. Das Internationale Auschwitz Komitee rief zum Dialog mit den Künstlern auf. Das Künstlerkollektiv Taring Padi entschuldigte sich indes "für die in diesem Zusammenhang entstandenen Verletzungen". Die kritisierte Bildsprache verwende eine im politischen Kontext Indonesiens verbreitete Symbolik.