Evolution – ach das, worüber dieser Charles Darwin geschrieben hat? In "Über die Entstehung der Arten" oder in "Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl"? Nämlich nachdem er herausgefunden hatte (unter anderem), dass der Mensch offenbar nichts anderes ist als ein Affe mit Matura, weil die Menschwerdung so etwas ist wie die höhere Reife? Genau.

Okay, inzwischen ist der Homo sapiens ein Affe mit Smartphone. Mit einem Handy sapiens, das sein externes Hirn und sichtlich viel gescheiter ist als er. Dass die Affen maturiert (oder sich ein Mobiltelefon gekauft) haben, das hat die Erde jedenfalls nicht unbedingt zu einem lebenswerteren Ort gemacht. Und zu einem friedlicheren, kindersichereren schon gar nicht. Ohne Evolution gäb’s andererseits aber auch keine Kunst. Und keine Ausstellung (eine erstklassige noch dazu), die den Titel "Evolution" tragen könnte. 

Gotteskrieger oder Rambo der Liebe?

Die drei Künstler, die gemeinsam ihre einprägsamen Positionen präsentieren (Adel Dauood, Mathias Hanin und Osama Zatar), allesamt "Zuagraste", die folglich nicht von Anfang an in Wien ansässig waren, fragen vielleicht nicht vordergründig nach dem Weg, den wir, die Menschheit, einschlagen, wohin wir uns als Gesellschaft (oder Gesellschaft-en) entwickeln respektive wohin wir uns entwickelt haben, das Thema schwingt allerdings immer irgendwo mit.

Hat Osama Zatar etwa den Cupido aktualisiert? (Pfeil und Bogen sind ja wirklich ein bissl altmodisch.) 
- © Alexander Mitterer

Hat Osama Zatar etwa den Cupido aktualisiert? (Pfeil und Bogen sind ja wirklich ein bissl altmodisch.)

- © Alexander Mitterer

Kommen ein Syrer, ein Kärntner und ein Palästinenser also nicht in eine Bar, sondern in eine Galerie, die Galerie ARTECONT, und bringen uns nicht zum Lachen, weil das eben kein Witz ist und die drei vielmehr vom Ernst des Lebens erzählen. Vom Krieg zum Beispiel. Und durchaus kritisch (und mitunter sehr persönlich) den Status quo der Welt beleuchten.

Das handliche Engerl (von Osama Zatar) in der Auslage, das einen auf harmloses Nippesfigürchen macht, hat dabei eindeutig einen Wettbewerbsvorteil im Überlebenskampf der Tauglichsten ("Survival of the fittest"). Seine unwiderstehliche Niedlichkeit? Nein, sein Maschinengewehr. Bei näherer Betrachtung ist das schließlich ein babyspeckiger Gotteskrieger. Ein Kindersoldat aus den himmlischen Heerscharen. Im Namen von angeblich friedlichen Religionen werden bekanntlich die blutigsten Schlachten geschlagen. Waffen werden von Priestern gar geweiht. Oder ist das ein moderner Cupido, der als amouröser Rambo mit seinem MG herumballert und die Herzen in einem Overkill mit seinen Liebesprojektilen überwältigt, anstatt mit einer altvatrischen Schusswaffe, dem Bogen, einen Pfeil zu verschießen? 

Die Kuh hat ein paar Millionen Euro gefressen

Definitiv kein Botschafter der Liebe ist das wohlgenährte Engerl, das in Zatars imposanter 20-Millionen-Euro-Skulptur "Cowboy" auf den Hinterkopf eines nackten Kindes mit Hungerbauch zielt. 20 Millionen Euro? So viel kostet das lebensgroße Trumm? Blödsinn. Das ist der Materialwert. Quasi. Konkret hat der Künstler aus den 20 Millionen, die er von der Nationalbank gekriegt hat, Papiermaché gemacht. Nachgezählt hat er freilich nicht, zumal das Geld bereits zerschnetzelt war.

Ein unterernährtes Kind reitet ein totes Rind. Aber was macht es mit Hammer und Sichel? Das kommunistische Symbol formen. Ausdrucksstarkes von Osama Zatar. 
- © HDUNZZ, Galerie ARTECONT

Ein unterernährtes Kind reitet ein totes Rind. Aber was macht es mit Hammer und Sichel? Das kommunistische Symbol formen. Ausdrucksstarkes von Osama Zatar.

- © HDUNZZ, Galerie ARTECONT

Erschreckend realistisch reitet in dieser komplexen Allegorie (des Krieges?) das verhungernde Kind (der "Kuhbub?) ein zusammengebrochenes, bis auf die Rippen abgemagertes totes Rind, in dessen ausgeweideten Kadaver ein anderer Gschrapp kriecht, der sich eine Kalaschnikow auf den Rücken geschnallt hat. Mit einer Kalaschnikow bedroht übrigens auch das martialische Engerl den Cowboy (dass er in den Untergang ohne Sonne weiterreitet, obwohl sein reitbarer Untersatz längst verendet ist?), und der Kleine hält ebenfalls was Russisches in Händen, überkreuzt Hammer und Sichel zum Symbol des Kommunismus.

So viel steckt da drin (außer den 20 Millionen). Der Ukraine-Krieg, der den Welthunger durch die lange Blockade der Getreidelieferungen verschärft, dass Geld die Welt regiert oder ein Land für Waffen nie zu arm ist (Zatar: "Die Leute haben kein Essen, aber Waffen"). Und mit dem Wohlstand der einen auf Kosten der anderen hat er ohnedies "ein moralisches Problem", der Osama Zatar. ("Jemand anders muss schwer arbeiten oder sterben, damit wir schön leben können.") 

Wie man ein Gewehr entwaffnet

Da bewaffnet einer die Engel (wobei: Die versehen ja nicht nur Botendienste, die sind stets gerüstet, das Böse zu besiegen – und ist dieser Erzengel Michael nicht ein berüchtigter Drachen- und Antichristtöter?) und ent-waffnet im Gegenzug die . . . Waffen. Entsprechend einer Stelle im Alten Testament bzw. im jüdischen Tanach (Jesaja 2,4: "Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben, und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen.") hat Zatar Flinten in Spaten und Sturmgewehre in Geigen umfunktioniert. Und Maschinenpistolen in Bohrmaschinen. (Heute kämpft man halt nimmer mit Schwertern oder Lanzen, sondern mit automatischen Waffen.) Hat die Werkzeuge der Gewalt "zivilisiert", sie umerzogen zu voll funktionsfähigen und vor allem friedliebenden kulturellen, musikalischen Instrumenten. Zu etwas Konstruktivem. Einer pazifistischen Utopie.

Die Schusswaffe hat abgerüstet und ist jetzt ein Streichinstrument. (Aus Osama Zatars "Isaiah 2.4 - Tools from weapons".) 
- © Osama Zatar

Die Schusswaffe hat abgerüstet und ist jetzt ein Streichinstrument. (Aus Osama Zatars "Isaiah 2.4 - Tools from weapons".)

- © Osama Zatar

Heimwerken und gärtnern statt zerstören und töten. Noten statt Kugeln. Die Luft mit Melodien erfüllen, nicht mit Gewehrsalven. Und wie klingt "seine" Geige? Antwort: "Wie eine Geige." Und was kann man mit seiner dekonstruierten Multifunktionspuffen machen, die diese vielen Wechselaufsätze hat? "Du kannst schrauben, du kannst schleifen", beginnt er aufzuzählen, "bohren, fräsen, Holz sägen . . ." Und wo hat er die Waffen her? Sind die überhaupt echt? Nicht alle. Und die, die es sind, bei denen handelt es sich um Softair-Modelle. ("Leider ist es in Österreich schwierig, Waffen zu besorgen." Oder zum Glück. "Oder zum Glück.") 

"Das erste Mal schaffst du es nicht, aber das zehnte Mal"

Zweimal Osama Zatar: Oben eine seiner pazifistischen Waffen, unten sucht ein syrisches Mädchen im Müll nach Essen. 
- © HDUNZZ, Galerie ARTECONT

Zweimal Osama Zatar: Oben eine seiner pazifistischen Waffen, unten sucht ein syrisches Mädchen im Müll nach Essen.

- © HDUNZZ, Galerie ARTECONT

In seiner eigenen Geschichte, seiner Biografie, hat er sozusagen den Nahostkonflikt gelöst: Der Palästinenser (geboren 1980) ist mit einer Israelin verheiratet. Und jetzt lebt er im sogenannten christlichen Abendland. Seit 2007 in der Hauptstadt des nach wie vor ziemlich katholischen Österreich. Wo er an der Akademie der bildenden Künste Bildhauerei studiert hat. (Bei Heimo Zobernig.) Passenderweise hat er für seine Diplomarbeit seinen dortigen Arbeitstisch in ein druckluftbetriebenes Fahrzeug umgebaut. Und ein Wunschkennzeichen dranmontiert: W, dann das Wappen von Wien und im Anschluss sein Vorname OSAMA. Ergibt "WOSAMA" (wienerisch für: Wo sind wir?). Jemand, der seinen Platz sucht (an der Uni, in der Kunst- und der sonstigen Welt).

Trotz der geringen Größe ungemein präsent: die graue Figurine mit Kopftuch. Ein Mäderl, das ein Packl Reinigungstücher dabei hat, während es in einer Mülltonne (aus "echtem" Plastik; "Die Sauberkeit kommt aus dem Glauben" steht auf Arabisch drauf) nach Nahrung sucht. Einem Foto hat der Zatar das Objekt nachempfunden.

Hm. Und wie hat er die syrische Straßenverkäuferin so authentisch hinbekommen? Als hätte er einen Menschen geschrumpft? Hat er womöglich einen eingescannt und nachher einfach mit dem 3D-Drucker geprintet? I wo. Klassische Bildhauerei ist das. Reine Technik. Könne "jeder lernen". "Das erste Mal schaffst du es nicht", erklärt der Bildhauer, "aber das zehnte Mal." Eh klar, dem Michelangelo traue ich problemlos seinen David zu, doch einem zeitgenössischen Bildhauer unterstelle ich sofort einen 3D-Drucker. Dass er ein bissl geschummelt hat, getrickst. An meinen Vorurteilen muss ich wirklich noch arbeiten. 

Auf der Ursuppe dahergeschwommen

An den Wänden rundum überschwemmt Adel Dauood seine Leinwände mit attraktiven Farben und epischem Chaos. Eine Art malerisches "Hintergrundrauschen" verschmilzt da mit einer expressiven Zeichnung zur überwältigenden Konfusion, zum ekstatischen Schrecken. In schier orgiastischer Agonie verrenken sich von Schmerz und Panik deformierte Leiber ("Der Körper ist immer kaputt", merkt der gebürtige Syrer, Jahrgang 1980, an), auf der abstrakten Ursuppe, aus der nach und nach anatomische Details und animalische Fratzen auftauchen, schwimmen starrende Augen, und ein markanter Strich skizziert unentwegt die pure Kreatürlichkeit, folgt gewissermaßen den Umrissen der Psyche. Eine starke, intensive, warmblütige Malerei.

Ertrinken in der Farbe: In Adel Dauoods "Flut"-Zyklus (2021) steht allen die Buntheit bis zum Hals. Mindestens. 
- © HDUNZZ, Galerie ARTECONT

Ertrinken in der Farbe: In Adel Dauoods "Flut"-Zyklus (2021) steht allen die Buntheit bis zum Hals. Mindestens.

- © HDUNZZ, Galerie ARTECONT

Wenn im Zyklus "Flood" ("Flut", 2021) humanoide Wesen und der Betrachterblick ertrinken (in einem verführerischen Kolorit und in der Verzweiflung), ist damit dennoch nicht bloß das Sterben der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer gemeint. Dauood, immerhin ein Maler "mit Fluchthintergrund", der es 2013 nach Wien geschafft hat, sieht das Ganze viel allgemeiner, existenzieller (wenngleich seine Erinnerungen und Erfahrungen selbstverständlich mit einfließen): "Auch Corona ist Flut, die Ukraine. Flut ist überall."

Und Krieg ist sowieso "Chaos", wie eine andere, sogar noch dichtere Bilderserie heißt. Das Gewühl auf einem Opus erinnert frappant an einen Höllensturz, an fallende Engel oder Verdammte. War das intendiert? "Meine Bilder sind offen für alles. Du kannst sehen und schreiben, was du willst."

Ordnung ist ja angeblich das halbe Leben. Und die andere Hälfte? Nach der ist der Zyklus von Adel Dauood benannt, aus dem dieses "unordentliche" Bild stammt: "Chaos." 
- © HDUNZZ, Galerie ARTECONT

Ordnung ist ja angeblich das halbe Leben. Und die andere Hälfte? Nach der ist der Zyklus von Adel Dauood benannt, aus dem dieses "unordentliche" Bild stammt: "Chaos."

- © HDUNZZ, Galerie ARTECONT

Dass er möglicherweise an einem Horror vacui leidet, eine Scheu vor der Leere hat und deshalb seine Bilder häufig so bummvoll sind, gibt er indirekt zu, wenn er von der "großen Angst" spricht, die die leere weiße Leinwand bei ihm auslöst (manchmal muss er nicht weniger als acht Quadratmeter bewältigen, ist das Format Respekt einflößend). Zuerst sei es sehr ruhig. Bevor die Musik zu spielen anfange. Dauood: "Meine Farbe ist Musik. Ist Harmonie." Hört er beim Malen zusätzlich welche, also mit Kopfhörern? Zwecks der Stimmung? Nein, das wäre ihm schon zu laut. "Weil so viel Musik auf meinen Bildern ist." (Lacht.)

Nicht, dass er mit seinem Streichinstrument (dem Pinsel) nicht zwischendurch auch intimere Gefühle ausdrücken würde. "Shy" (2022): eine Zweierbeziehung, in der das Ich (von Orange und Gelb erhitzt) zaghaft den Arm nach dem Du ausstreckt. 

Der Rfn braucht eigentlich keine Vokale

Mathias Hanin, der Dritte im Bunde, hat den letzten Raum komplett für sich allein, nimmt ihn transmedial konzeptuell in Beschlag. Was nicht bedeutet (speziell der Teil mit dem "konzeptuell"), da wäre keine Sinnlichkeit involviert. Im Gegenteil. Da trieft und quillt die Leidenschaft (oder das Polymerharz).

"Rfn": eine Abkürzung? Irgendwie ja. Frei nach Ernst Jandls Lautgedicht "schtzngrmm", in dem der Lyriker durch Eliminierung sämtlicher Vokale aus dem Schützengraben (wienerisch ausgesprochen: "Schützengro’m") den Gefechtslärm onomatopoetisch nachmalt ("schtzngrmm / schtzngrmm / t-t-t-t / t-t-t-t / grrrmmmmm . . ."). Der 33-jährige Kärntner in Wien nun hat nicht nur einen Rfn zentral installiert, sondern sogar einen Trktr-Rfn. Und der wiederum, den eine Kette gerade so am Umkippen hindert (he, wie eine zu niedrig hängende Schaukel!), ist auf Sand gestrandet.

Gummifetisch des Erdölzeitalters: der "Rfn", den Mathias Hanin auf Snd stranden lässt. Tschuldigung: auf Sand. 
- © Georg Anton Stipek Michienzi

Gummifetisch des Erdölzeitalters: der "Rfn", den Mathias Hanin auf Snd stranden lässt. Tschuldigung: auf Sand.

- © Georg Anton Stipek Michienzi

Wie von der Pechmarie tropft ein schwarzes klebriges Zeugs von diesem ambivalenten, sexy glänzenden Gummi-Fetisch, diesem Symbol für Freiheit und zugleich für Umweltzerstörung und Klimawandel (das dazugehörige Vehikel benötigt fossile Brennstoffe, hallo?). Ein Action-Painting, ein beschauliches Rinnbild, übersetzt ins Skulpturale?

Polymerharz (bezeichnenderweise ein Nebenprodukt der Ölraffination bei der Herstellung von Treibstoff) mimt das Erdöl, um das in diversen Wüsten Kriege geführt wurden und werden. Um den Sand ist mittlerweile selber ein G’riss. Wiewohl es ihn gibt wie Sand am Meer, ist er eine knappe Ressource. Selbst Dubai muss welchen importieren. Aus dem fernen Australien. Haben die daheim nicht genug davon, wo die Arabische Halbinsel doch fast total "verwüstet" ist? Schon. "Den kann man aber nicht als Baustoff verwenden", weiß Hanin. "Die Körner sind zu abgerundet." Und woher ist sein Sand? Aus der Großen Nefud oder der Rub al-Chali? "Na, na, das nicht." Sondern? "Aus dem Baumarkt." 

Auch Pilze surfen im Internet

Kommunikation und Informationsaustausch: Kupferdrähte, kreuz und quer hineingespannt in einen Rahmen, verdichten sich zum "Singulären Netzwerk", das eine schleimige Substanz (wieder dieses Polymerharz) absondert, in der sich die maßlose, überfordernde Datenflut materialisiert. (Kupfer: praktisch unverzichtbar in Leitungen und Mobiltelefonen.) Bewegt man sich, huschen die Lichtreflexe wie Reize oder elektrische Impulse übers Metall.

Die Datenflut quillt aus Mathias Hanins "Singulärem Netzwerk 1", 2021. (Kupfer, Polymerharz und Lack.) 
- © Georg Anton Stipek Michienzi

Die Datenflut quillt aus Mathias Hanins "Singulärem Netzwerk 1", 2021. (Kupfer, Polymerharz und Lack.)

- © Georg Anton Stipek Michienzi

Auf den zwei Leinwänden daneben breitet sich hingegen ein feines Netz aus zarten Tuschelinien aus, angelehnt an "das Internet des Waldes" (Hanin), ans Mycel, dieses weitverzweigte Geflecht im Boden, das den eigentlichen Pilz ausmacht (nicht dessen oberirdischer Fruchtkörper). Die organischen Klumpen, die an die Tuschezeichnung andocken, die ein bissl was von einem Craquelé hat, von den Sprüngen und Rissen in gealterten Gemälden, stehen diesmal "mehr für den Pilz", für seinen sichtbaren Teil. Vielschichtige mutmaßlich (oder vermeintlich?) abstrakte Bildobjekte.

NOCH ein "Singuläres Netzwerk" von Mathias Hanin. Und der schwarze Klumpen ist wieder Polymerharz. 
- © Georg Anton Stipek Michienzi

NOCH ein "Singuläres Netzwerk" von Mathias Hanin. Und der schwarze Klumpen ist wieder Polymerharz.

- © Georg Anton Stipek Michienzi

Als diplomierter Schauspieler, der Elfriede Otts Schauspielakademie samt "Studio der Erfahrungen" absolviert hat, ehe er zur bildenden Kunst konvertiert ist, kann er beredt schweigen, der Mathias Hanin. Nämlich professionell. In einem Video versucht er vergebens, sich mit zugepicktem Mund mitzuteilen, entfernt das Klebeband und kriegt lediglich den stummen Schrei der Ohnmächtigen heraus. Ist wortlos wie der Titel des paradoxen Films. Wie oft hält man den Mund, obwohl man ihn lieber aufmachen sollte?

Ein wahrhaft aufregender "Dreier".