Wie wirkt Kunst aus dem Internet, die noch nie im physischen Raum gezeigt wurde? Eine Antwort auf diese Frage liefert die Ausstellung "Offline" der erst 2019 gegründeten Online-Kunsthandelsplattform "Return on Art", die noch bis Sonntag in der "Factory" des Wiener Künstlerhauses zu sehen ist. Die 18 Künstler aus 15 Ländern – darunter Indonesien, die Ukraine oder der Irak – sind damit so etwas wie Debütanten.

Gezeigt werden hier Positionen mit unterschiedlichen geographischen und kulturellen Hintergründen sowie vielfältigen Interessen. Beim Betrachter verfängt vor allem der farbenfrohe, positive Zugang einiger Aussteller zu ihren Themen, ein Umstand, der diese Schau in Zeiten der Krise zu einem besonderen Erlebnis werden lässt. So entlocken unter anderem die Reihe "The Fall of Duckberg" des ungarischen "Disney-Picasso" Peter Tauber oder auch "Summer Void" von Daniel Freaker aus Großbritannien unweigerlich ein Schmunzeln.

Corona als Treiber

Die Preise sind erschwinglich und bewegen sich zwischen 400 und 6.000 Euro. Gekauft werden die Ausstellungsobjekte online und offline, wie "Return to Art"-Gründer Amir Akta im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" erklärt. "Online-Kunsthandel funktioniert, allein im vergangenen Jahr haben wir 3.000 Werke in 54 Ländern verkauft." Nun sollen bald Ausstellungen in Berlin und London folgen. Ein bedeutender Treiber des virtuellen Kunstmarkts war freilich die Corona-Pandemie, gleichzeitig habe diese dazu beigetragen, dass sich die Menschen wieder nach Offline-Kunst sehnten, sagt Akta.

Beide Welten zusammenzubringen und jungen Online-Talenten eine Öffentlichkeit zu geben, ist daher das erklärte Ziel von "Return on Art". Dabei gilt es zu beweisen, dass die Betrachtung eines digitalen Bildes auf dem Monitor nicht zwangsläufig weniger Wertschätzung genießen muss als die physische, persönliche Begegnung mit einem Kunstwerk. Wer’s nicht glaubt, möge es ausprobieren. (rel)