Das Britische Museum in London verhandelt mit Athen über eine "neue Partnerschaft" hinsichtlich der Parthenon-Marmore. Das bestätigte ein Museumssprecher am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Man suche aktiv nach einer Lösung und setze die "konstruktiven Gespräche" fort, so der Sprecher weiter. Griechenland fordert bereits seit langem die Rückgabe von 17 etwa 2.500 Jahre alten Marmor-Skulpturen und Teilen eines Reliefs, die einst die Akropolis in Athen schmückten.

Griechenland war zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch Teil des Osmanischen Reichs. Thomas Bruce, Earl of Elgin war britischer Botschafter im Osmanischen Reich. Er besorgte sich von Abdullah Kaimacan die Erlaubnis, die Figuren aus dem antiken griechischen Heiligtum herausbrechen und mitnehmen zu dürfen. In der Folge verkaufte er sie der britischen Krone für 35.000 Pfund, rund die doppelte Summe, die ihn seine Unternehmung gekostet hatte. Die Objekte, die seither als "Elgin-Marbles" (Elgin-Marmore) bezeichnet werden, gelten als eines der Herzstücke der Dauerausstellung im Britischen Museum.

Von Lord Elgin aus dem Parthenon herausgebrochen und nach England gebracht: antike Kunst aus Griechenland. 
- © apa / reuters / Dylan Martinez

Von Lord Elgin aus dem Parthenon herausgebrochen und nach England gebracht: antike Kunst aus Griechenland.

- © apa / reuters / Dylan Martinez

Umstrittener Besitz

Allerdings ist der Besitz schon seit dem 19. Jahrhundert umstritten. So schrieb der deutsche Schriftsteller August Kuhn bereits 1823, dass "Elgin durch den Raub griechischer Kunstwerke seinem Namen eine Art von Unsterblichkeit gesichert hat." 

Dennoch lehnte das British Museum die vollständige Rückgabe der Kulturgüter bisher ab. Erst am Dienstag hatte es mitgeteilt, man werde die "großartige Sammlung" nicht auseinandernehmen, weil sie "eine einzigartige Geschichte über das uns allen gemeinsame Menschsein erzählt".

Die britische Zeitung "The Telegraph" hatte zuvor berichtet, ein Teil der Skulpturen könnte im Rahmen eines "kulturellen Austauschs" schon bald an Griechenland zurückgegeben werden. Demnach sei geplant, sie als Dauerleihgabe nach Athen zu überführen. Im Gegenzug sei geplant, dass Griechenland andere antike Kunstschätze an Großbritannien ausleihe. Das Britische Museum wolle aber Eigentümer des Parthenon-Frieses bleiben. (red/apa/luw)