Der gesundheitsbewusste "Apfel-Rap" löst das "Backe, backe Kuchen"-Lied ab, der adipöse König Mops, eine Bilderbuchfigur, die sich tagein tagaus nur von Nockerln ernährt, ersetzt den spindeldürren Suppenkaspar. Laufend erscheinen neue Kinderkochbücher, neuerdings boomen Kinderkochkurse. Das Thema Ernährung ist zweifelsohne in der Kinderwelt angekommen. Nun setzt sich auch die jüngste Ausstellung im Zoom-Kindermuseum mit Obst, Gemüse und Co auseinander.

Tellerspiele

Die Mitmachausstellung "Schmatz Mampf Schlürf" für Kinder von sechs bis zwölf Jahren verbindet in diversen Stationen gekonnt Information mit Unterhaltung: So können die jungen Besucher etwa in die Rolle von Darmzotten schlüpfen und bei einem interaktiven Spiel den Körper mit lebensnotwendigen Stoffen versorgen. Beim "Teller-Spiel" kommentiert ein Automat die ihm dargebotenen Speisen, Hamburger mit Pommes liegen etwa "schwer im Magen", während ein Gemüseteller "Kraft gibt".

Aber nicht nur das individuelle Essverhalten ist Gegenstand der Ausstellung, auch gesellschaftspolitische und globale Zusammenhänge werden angesprochen. Eine raumhohe Schautafel gibt etwa Auskunft darüber, dass von sieben Milliarden Menschen auf der Erde eine Milliarde hungert, während eineinhalb Milliarden Menschen an Übergewicht leiden. Überfluss und ständige Verfügbarkeit von Nahrung kennzeichnet die westliche Welt. "Wir sind im Schlaraffenland angekommen", sagt Kuratorin Lisa Noggler-Gürtler, "und wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen."

Brot backen

In einer weiteren Station kann man beim Radfahren, Rudern oder Hüpfen feststellen, wie viel Energie man dabei verbraucht, was anschaulich den Zusammenhang zwischen Essen und Bewegung vermittelt.

Auch erklärte Lieblingsspeisen des Nachwuchses, wie Schnitzel, Pommes, Nudeln, Schokolade und Cola sind in der Schau vertreten - sie werden hier auf ihre Inhaltsstoffe hin analysiert. Bei einer Halbliterflasche Cola wird beispielsweise der Zuckergehalt mit 18 Stück Würfelzucker ermittelt. Eine Plastikkuh wartet weiters darauf, gemolken zu werden, es gibt einen Kräutergarten zum Riechen und Schmecken, und in einer eigens eingerichteten Küche können die Besucher sich als Köche betätigen, Brotteig kneten und ein Vollkornweckerl backen.

Bei der abschließenden Jause erfährt man etwas über Essgewohnheiten anderer Kulturen - frittierte Maden gelten in Thailand als eine Art Knabbergebäck - und anderen Sphären - ein Teller mit Astronautennahrung ist ausgestellt. Bon appétit!