Am Anfang sind die bunten Statistiktafeln Neuraths zu sehen, das ermöglicht eine Übersicht heutiger Transformationen. In den Siebzigern beriefen sich Hermann Josef Painitz und Gert Linke auf Neuraths Modell-Atlanten. Höllers Recherche auf YouTube findet tausende Isotype-Nachfahren, doch sieht sie Neuraths Hoffnungen auf weltweite Kommunikation dadurch unerfüllt, weil 65 Prozent keinen Zugang zum Internet haben. Das größte Kunstwerk lässt wie einige andere Eingriffe zu, die aber die Ohnmacht gegenüber Weltkatastrophen und der Dynamik der Börsenkurse zeigen.

Eine speziale Software ermöglicht eine monumentale Projektion von dem animierten "Garden of Error und Decay", das Michael Bielicky und Kamila B. Richter aus Karlsruhe und Prag entwickelt haben. Mittels virtueller Schusswaffe können Katastrophenszenarien eliminiert und multipliziert werden, doch die Macht der User ist endlich. Als Spiel erscheint die virtuelle Hochschaubahnfahrt zum Börsenkurs Christian Rupps oder Yangs animierte Nacherzählung von Revolutionen mittels alter Silhouettenfiguren, weniger ohnmächtig sind wir gegenüber dem Puzzle Stano Masárs, der Kunstgeschichteikonen zu Zeichen umspielt. Sein Prager Kollege Roman Týc bekam mit subversiv urinierenden oder fallenden Figuren als Schablonen auf Prager Ampeln massive Probleme mit der tschechischen Regierung.

Keine Rettung


Bernd Oppl macht uns klar, wie Zeichen "Für ihre Sicherheit" in Flugzeugen alles andere als Rettung versprechen. Erdal Duman borgt sich Waffenformen mit Signalwirkung und konstruiert sie zu neuen hybriden Skulpturen, wie auch Richard Kriesche aus dem bekannten Fluchtmännchen eine riesige Merkurgestalt entwickelt. Die Uhr als Messgerät für Glück von Michael Wegerer verknüpft Zeitzeichen zurück auf Bildungsstand und Kreativität.

Bernhard Cella erfasst das Wiener Kunstgeschehen statistisch, Karl-Heinz Klopf nur die Farben seines Hemdes und zuletzt werden wir von Nikolaus Gansterer in "Otto´s Nightmare" entführt; die Installation gestürzter Lehrtafeln voller Formeln, worin das ganz Böse in der Logik der "Wiener Methode" als Machtumkehr von Piktogrammen ironisch anklingt.

Ausstellung

Zeit(lose) Zeichen

Gegenwartskunst

in Referenz zu Otto Neurath

Maria Holter, Barbara Höller (Kuratorinnen)

Künstlerhaus

www.k-haus.at

www.zeitlose-zeichen.at

bis 17. Februar