Auch wenn Moser nie mehr nach Japan zurückkehrte, hielt er den Kontakt: Er dolmetschte in Europa für japanische Delegationen, schrieb Briefe, empfing Besuch aus Japan, handelte mit japanischen Lackgefäßen und Porzellan. Es heißt, er habe besonders die japanische Kunst, die Freude der Japaner an der Natur, ihre Detailverliebtheit sowie die Sauberkeit im Land geschätzt. Sein Japanaufenthalt prägte ihn: "Er war bescheiden bis hin zum Understatement", berichtete sein Enkel, was er von seinem Vater über den Opa gehört hatte. Nach einem bewegten Leben starb Michael Moser 59-jährig in Bad Aussee am 24. November 1912.

Nicht ganz so turbulent war die Karriere seines Landsmannes Baron Raimund von Stillfried (1839-1911). Der Blaublütige zog nach zwei früheren Japanbesuchen 1868 nach Yokohama und soll dort von dem damals sehr bekannten italienisch-britischen Fotografen Felice Beato das Fotografenhandwerk erlernt haben. Später gründete Stillfried sein eigenes Studio und bildete dort Japaner zu Fotografen aus.

"Er war einer der ersten Fotografen, die in Japan Karriere machten, in einer Zeit, als sich das Land im 19. Jahrhundert internationalisierte", schrieb der Wissenschafter Dr. Luke Gartlan von der Kunstgeschichte-Fakultät der Universität St. Andrew’s in Schottland über ihn. "Er war nicht nur eine Schlüsselfigur, weil er Japan für ein globales Publikum zugänglich machte, sondern spielte auch eine wichtige Rolle in der Entwicklung einer fotografischen Industrie in Japan."

Auch Baron Stillfried zog es irgendwann wieder in die europäische Heimat. 1886 verkaufte Stillfried den größten Teil seines Archivs an seinen Schützling, den japanischen Fotografen Kusabe Kimbei, und verließ Japan. Derzeit verfasst Gartlan eine Biografie über Stillfried, die bis Ende 2013 fertig werden soll.