Ancoats Hospital Outpatients' Hall, 1952 - © The estate of L.S. Lowry All rights reserved, DACS 2013

Ancoats Hospital Outpatients' Hall, 1952

- © The estate of L.S. Lowry All rights reserved, DACS 2013

Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein Maler einen Popsong inspirieren. "Vincent" von Don McLean ist so ein Beispiel. Und "Pictures of Matchstick Men". mit dem Status Quo 1968 ihren Durchbruch schafften. Inspiriert wurde Songschreiber Francis Rossi dabei von den "Streichholzmännchen" auf den Gemälden des englischen Künstlers Lawrence Stephen Lowry (1887-1976).

Drei Jahrzehnte lang dokumentierte L. S. Lowry das Leben in der englischen Stadt Salford, einer Industrieansiedlung am Rande Manchesters. Und noch viele Jahre nach seinem Tod galt er englischen Kunstexperten als bloß regionales Phänomen. Dass er das freudlose Leben der Unterschicht in den Industrievierteln zu seinem zentralen Thema machte, war alles andere denn eine Eintrittskarte in den versnobten Kunstbetrieb. Und das Festhalten an einem Brotberuf stempelte ihn in den Augen der Londoner Kritiker zum Hobbykünstler ab, mit dem man sich erst gar nicht beschäftigen musste.

Aufgrund der ständig steigenden Nachfrage nach seinen Bildern, wird Lowry nun umfassend in der Tate Gallery präsentiert. Der amerikanische Kunsthistoriker und Ko-Kurator TJ Clark stellt ihn in einen internationalen Kontext: "Lowry war in der Tat ein durch und durch englischer Künstler. Aber um das zu werden, baute er auf sein Verständnis der französischen Auffassung von modernem Leben auf", sagte Clark. Er sieht Verbindungen von Maurice Utrillo, Camille Pissarro und Vincent van Gogh zu den oftmals schwermütigen, dunklen Stadtansichten Lowrys.

Lowry and the Painting of Modern Life, 26.6. bis 20.10.2013, Tate Britain