Kunst überschneidet sich längst mit Disziplinen wie industriellem Design, etwa in "Beautification" von Johanna Pichlbauer und Maya Pindeus. - © Universität für angewandte Kunst
Kunst überschneidet sich längst mit Disziplinen wie industriellem Design, etwa in "Beautification" von Johanna Pichlbauer und Maya Pindeus. - © Universität für angewandte Kunst

Kuratiert von Edek Bartz, haben sich diesmal mediale und bildende Künste im Zentrum des Künstlerhaus-Untergeschoßes vereint. Im Rahmen der diesjährigen Leistungsschau der Universität für angewandte Kunst verbinden sich zwei Malereiklassen und Fotografie mit Film oder Grafik und den überall andockenden Transarts. In den Kern dringen aber auch die Sparten Industrial und Social Design mit ein, sichtbar getrennt bleiben die Architektur, Landschaftsdesign und Mode. Architekturentwürfe gehen eine Fusion mit der Sprachkunst ein, und so wird neben einer Bar eine Performance mit der Kompositionsklasse der Grazer Universität zwischen Sprache und Sound nach der Eröffnung zu "Reinheit und Rauschen" verhandelt.

Reichlich laborhaft und erst einmal verwirrend, zieht eine gute Führung die Grenzen zwischen den Instituten, erklärt aber auch die offenen Überschneidungen durch neue Medien. Während die Architektur sich der ständigen Bewegung und damit einem Paradox verschreibt, mit Versuchen Fassaden und Innenräume im urbanen Raum ständig zu verändern, spürt die Grafik öffentliche Bilder auf. Die Kunstpädagogik, kommunikative Praxis und Textil weiten sich als Installation in die Politik und in den öffentlichen Raum aus.

Das mit dem Künstlerpaar prinzgau/podgorschek erarbeitete Projekt "Transit für Karl Aspern" versucht eine Verbindung vom Karlsplatz zur zukünftigen Seestadt Aspern - nicht nur mit einem roten Seil als Faden, der von der Figur des Rubens am Außenbau des Künstlerhauses ausgeht und draußen wieder auftaucht, und die Figur der Diana aus der Zwischenkriegszeit wird dort, als Plastikdame im neuen See schwimmend, zur Patronin mutieren. Pflanzen von draußen kommen nun neben das Künstlerhaus zu einem Billigiglu aus Kartons.

Die Malerei weitet sich auch graffitiartig Richtung U-Bahn aus, die Sprachkunst war in der Lugnercity zur Recherche, Kunstbücher und Kataloge zeigen Kooperationen mit der Wissenschaft oder Zeitschriften. Kritisch geben sich Videoarbeiten über Fracking-Industrie, Zugvögel oder den Wartebereich in Krankenhäusern. Kunst ist, wenn es nach den gesuchten Synergien der Angewandten geht, nicht nur mit Mikroausstellungen in die Gesellschaft eingedrungen. Doch bleibt Kreativität auch ephemer und Räume bleiben instabil - und das sind oft besonders poetische Projekte wie ein Wagen, der Wasserschriftzüge ziehen kann, oder vom Körper erfahrene geometrische Verschachtelungen. Neben Tanz verändert Schuhwerk nach dem Zufallsprinzip rhythmische Bewegung in Transmediale Kunst.

Ausstellung

The Essence 2013

Edek Bartz (Kurator)

Künstlerhaus bis 14. Juli