Im Hauptraum der Secession überlässt Lucas den weiblichen Part den vier Spezialisten im heimischen Transgenderauftritt: Gelatin. Die akrobatischen "Trickster" geben jedoch ihren kreativen Part zwischen Kunstschamane und Harlekin an vier Hühner in einem selbst bemalten Stall weiter. Wie für Lucas ist das Ei wesentlich für ihre sexualisierte Ikonografie; auch sind sie in "Pollo Feliz" 1999 zu den Wiener Festwochen selbst als Hühner aufgetreten. Ab Samstag sind die Tiere im rosagelben Hühnerstallbau präsent. Damit ist nicht nur der Kunsttempel zum archaischen Stall gewandelt, die Stellvertreterinnen von Ali Janka, Tobias Urban, Florian Reither und Wolfgang Gantner werden zu lebenden Liebesdienern auf den Objekten männlicher Fruchtbarkeit. Ob sie im Kunststress Eier legen, wird sich weisen. Der nie geruchsfreie und laut erscheinende Bacchus, die dunkle Seite der Moderne, die subversive Welt der schwarzen Fantasien von der Bosch- und Brueghelwerkstatt bis heute ist für alle, die den Schrecken des Realen ertragen, allerdings die reine Lust.

Selbsterfahrung via Triathlon


Dazu erinnert Tobias Pilz mit seinen, den Galerieraum friesartig füllenden monochromen Malereien und Kacheln an die Tradition von abstraktem Ornament im Ausstellungshaus Secession, und der niederländische Videokünstler, Musiker und Sportler Guido van der Werve lotet extreme Selbsterfahrungen in einem 1000 Meilen Triathlon, sichtbar im Film "Nummer veertien, home", im Grafischen Kabinett aus. Dieser lief entgegengesetzt zum Weg, den Frédéric Chopins Herz von Paris nach Warschau nahm, nachdem es dessen Schwester aus der Gruft im Friedhof Père Lachaise gestohlen hatte.