Wer nur an den eingelegten Hai denkt ("The Physical Impossibility of Death in the Mind of Someone Living" - die physische Unmöglichkeit des Todes in der Vorstellung eines Lebenden) oder an den Totenschädel mit den 8601 - echten - Diamanten, der wird also ein bissl enttäuscht sein. Oh, nicht einmal ein Wiener Schnitzel in Formaldehyd! Na ja, wäre auch zu profan. Das müsste quasi heißen: "The Physical Possibility of Death in the Mouth of Someone Eating." Die physische Möglichkeit des Todes im Mund eines Essenden.

Die Lieblingsmotive des britischen Superstars sind aber alle da: Hai, Totenkopf, Schmetterling. Halt flach. Aus Papier ausgeschnittene Formen, zum Rotieren gebracht und mit Farbe begossen. Als würden Hirsts handfeste, spektakuläre Objekte bunte Schatten in die Galerie Suppan Contemporary werfen. Tja, 3D ist dem 2D sein Tod. Nicht dass die kitschig schönen "Spin Paintings" nicht sehr lebendig ausschauen würden.

Die meisten sind 2009 von den Teilnehmern an Hirsts Workshop in Kiew "zentrifugiert" worden. (Hat fast was Prophetisches. In der Hauptstadt der Ukraine die Fliehkraft zu beschwören.) Sind das überhaupt echte Hirsts (gut, der Meister war eh dabei und hat sie autorisiert) oder Hirst-Generika? Dafür sind die vier kleinen von 1993 mehr als persönlich. Die hat er sogar eigenhändig verkauft. Auf der Straße. Als Clown verkleidet. (So gesehen nicht hundertprozentig er selbst.) Und wenn er auf eine Leinwand nichts als einen grünen Punkt malt? Ist das eine Ikone vom Großen Dot-Com? Nein, was Pharmazeutisches. Kunst ist für Hirst wie Medizin. Und er verabreicht dem Publikum ja gern bis zur Überdosis bunte Punkte. (Muss man dem Betrachter dann irgendwann die Augen auspumpen?)

Galerie Suppan Contemporary
(Habsburgergasse 5)
Damien Hirst, bis 24. Mai
Di. - Fr.: 12 - 18 Uhr
Sa.: 11 - 14 Uhr