Wien. (kw) Ein kleines Mädchen, aufgebahrt auf dem Totenbett, umgeben von Rosen und Lilien. So zeigt ein Aquarell die erstgeborene Tochter von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth. Erzherzogin Sophie erkrankte auf einer Reise nach Ungarn an der Ruhr und starb mit nur zwei Jahren in den Armen ihrer Mutter. Dieses Bild, das an den tragischen Vorfall erinnert, wird, gemeinsam mit über einhundert anderen Gemälden und Grafiken aus dem Nachlass der Häuser Wittelsbach und Habsburg, am 24. September im Münchener Kunstauktionshaus Neumeister versteigert. In der Sammlung finden sich auch Bildnisse des Königs Ludwig III. von Bayern, des österreichischen Kaiserpaars Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth, sowie deren Tochter Gisela von Bayern.

Namhafte Künstler


Blättert man den Katalog durch, stößt man auf interessante Sisi-Bilder, wie jenes von Josef Arpád von Koppay, das die österreichische Kaiserin auf den Stufen des Achilleons zeigt, neben ihr eine deutsche Dogge. Bedeutend auch Tadeusz Ajdukiewicz’ Porträt von Kronprinz Rudolf zu Pferd, das nur wenige Tage vor dessen Selbstmord gefertigt wurde. Ajdukiewicz war es dann auch, der einige Tage später für die Abnahme der Totenmaske des Kronprinzen engagiert wurde.

Das Lieblingskind Sisis war dennoch ein anderes: die viertgeborene und jüngste Tochter, Erzherzogin Marie Valerie. Ein Gemälde, angefertigt von Hans Makart, zeugt von dieser Beziehung. Das Bild soll ein kaiserlicher Auftrag gewesen sein, und war als Überraschung und Willkommensgruß für die aus Rom zurückkehrende Kaiserin Elisabeth gedacht.