Wenn man die Partei direkt angreift und kritisiert, dann bekommt man Probleme, berichtet Wei Xing aus eigener Erfahrung. Erst vor kurzem hatte er wegen einer Performance, die der Obrigkeit zu kritisch gewesen ist, das Land verlassen und ein paar Wochen im Ausland verbringen müssen, bis sich die Lage wieder beruhigte.

Die Kritik läuft sublim, oft ironisch ab. Wie bei Wang Gang, der 100 riesige Gesichterskulpturen aus Erde in die Landschaft baute, als vergängliches Symbol für die Menschheit. Denn langsam eroberte das Wachstum der Natur die Flächen wieder zurück und überwucherte die Skulpturen. Oder die Malereien von Huang Min, die lässige Barszenen junger Künstler porträtiert. Von einer Bar, die sich in einem Künstlerdorf befindet. Ein Dorf mit Armut, sozialen Problemen und unglaublich hoher Kriminalität. Das Dorf Hei Qiao (zehn Kilometer von Peking entfernt), in dem jedoch die Mieten für Künstler noch leistbar sind. Die poppige Bar wird für die Community zu einer Flucht in eine Scheinwelt.

Subtile Kritik


Das Video von Miao Xiaochun wiederum zeigt auf sehr ironische Weise die Bau- und Architektursünden, die in den vergangenen Boom-Jahren in China begangen wurden. In einem anderen Video von Jiang Zhi sieht man eine Schauspielerin, die mit Kusshändchen betont, wie sehr sie ihr Publikum liebt, aber nicht und nicht von der Bühne zu bringen ist. Jiang Zhi vergleicht die Rampensau mit oft geriatrischen chinesischen Politikern, die ebenfalls nicht hinter den Vorhang treten wollen.

Die Ausstellung "The Future is the Past" ist überaus sehenswert, spannend und macht deutlich, dass zeitgenössische Kunst aus China vielfältig und -schichtig sein kann.