• vom 23.12.2014, 16:07 Uhr

Kunst

Update: 06.01.2015, 15:14 Uhr

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Nicht nur sauber, sondern weiß




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Papier beißt nicht: Helga Petrau-Heinzel mag Chihuahuas nur ausgestopft (mit Papier).

Papier beißt nicht: Helga Petrau-Heinzel mag Chihuahuas nur ausgestopft (mit Papier).© van Wu Papier beißt nicht: Helga Petrau-Heinzel mag Chihuahuas nur ausgestopft (mit Papier).© van Wu

(cai) Es gibt eh weiße Weihnachten in Wien. Sie sind bloß derzeit nicht öffentlich zugänglich. Weil sie sich halt auch eine Weihnachtspause gönnen. Aber wenn die Galerie Krinzinger am 7. Jänner wieder öffnet, erwartet einen im Parterre eine Überraschung wie hinterm 24. Türchen vom Adventkalender.

Ein Eimer Schokosauce wird über dem ahnungslosen Besucher ausgegossen? (Überraschung!) Nein, im Gegenteil. Um die jungfräuliche Reinheit des weißen Teppichs nicht zu beflecken, muss man sich blaue Plastiküberzieher über die Schuhe stülpen. ("Safer Steps" sozusagen.) Denn jenseits der Schwelle ist alles nicht nur sauber, sondern weiß. (Nicht dass man schneeblind werden kann.) Und am Ende vom schmalen Gang sieht man: das Licht. Keine Angst, das ist kein Nahtoderlebnis, das ist Kunst. István Csákány hat den kleinen, unscheinbaren Raum einer radikalen Typveränderung unterzogen. Mit einem optischen Aufheller (Licht). Hat das Aschenputtel in eine Cinderella verwandelt. (Ähm, bedeutet "cinder" nicht ebenfalls Asche? Auf Englisch?)


Eine komplette Wand hat der Ungar mit einem weißen Stoff mystisch verhängt, der strahlt wie mit Fewa White Magic gewaschen. Ein listiger Illusionist wie der Zauberer von Oz. Indem er den Abguss eines Vorschlaghammers dekorativ danebenlehnt, sollen wir wohl glauben, mit dem Original hätte er die Mauer eigenhändig zertrümmert und eine Fensteröffnung hineingeschlagen. Damit wir nicht hinter den Vorhang blicken und . . . die Neonröhren entdecken. (Raffiniert.) Doch warum borgt er sich eine vulgäre Idee von Bruce Nauman dann ausgerechnet für einen Grabkranz aus? Eine obsessiv wiederholte obszöne Geste, für die man beide Hände braucht, schließt sich zu einem Kreis. Soll sich der Tod selber f. . .? Hm.

Galerie Krinzinger/Parterre
(Seilerstätte 16)
István Csákány, bis 10. Jänner
Di. - Fr.: 12-8 Uhr
Sa.: 11-16 Uh

Frohe Chihuahuanachten!

(cai) Na wenigstens eineweihnachtliche Attraktion gibt’s am Spittelberg noch. (Jetzt, wo die Weihnachtsstandln zu sind.) Sie hat jedenfalls eine gewisse Ähnlichkeit mit diesem absurden Witz, wo zwei Penthäuser am 23. Dezember zum Lachen in den Keller gehen. Nein, falsch: zwei Hochhäuser. Und die gehen zum Häkeln in den Keller. Tschuldigung: sie hacken. Heizöl. Sagt das eine: "Du, morgen is Weihnocht’n." Sagt das andre: "Ach, do foa i goa ned hin. Da kriegst eh nie an Parkplotz." (Hohoho!) Und in den Vitrinen am Spittelberger Platzl strickt eben eine alte Frau eine Zeitung. (Zum Glück keine Bombe. Sonst tät sie alles in die Luft jagen, wenn sie eine Masche fallen ließe.)

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Dokument erstellt am 2014-12-23 16:11:06
Letzte Änderung am 2015-01-06 15:14:51



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