Leo Neugebauer: Fenster, Acryl auf Leinwand
Leo Neugebauer: Fenster, Acryl auf Leinwand

Leo Neugebauer ist gelernter Kartlolitograf. Das ist ein Beruf, bei dem man sowohl Genauigkeit wie den Blick für das Wesentliche lernt. Die Verästelungen von Flüssen und Bächen wollen ebenso dargestellt werden wie der Weiler, der dazwischen eingestreut liegt. Dennoch soll der Betrachter noch die Übersicht behalten.
Wer sich mit diesem Hintergrund der Kunst zuwendet, erkennt selbst in der optischen Opulenz der wuchernden Natur augenblicklich die dahinter liegenden Strukturen. Und die wiederum lassen sich am besten mit druckgrafischen Methoden wiedergeben, besser gesagt: interpretieren. Wobei Leo Neugebauer die der Einzigartigkeit eines augenblicklichen Eindrucks konsequent - der Manager, den er nie finden wird, würde sagen: unverständlicherweise - seine Werke stets in einer Auflage von genau einem Stück druckt. (Dies auch als Wink mit dem gesamten Gartenzaun für Sammler.)

Dass die Strukturen auch in der Malerei des Künstlers, der unter anderem bei Gerda Matejka-Felden und Hans Pfabigan studiert hat, eine tragende Rolle spielen, überrascht nicht. Der Unterschied zur Grafik liegt eher in der Haltung: In den Bildern vermischen sich Außen und Innen, Biologisches und Fantasiertes, Grenzen werden überschritten, und ein Fenster wird zur Verbindung zweier Welten.