Ma Jolie ruht sich aus. Herrl Pablo Picasso hat es auch grad nicht eilig. - © Edward Quinn/teNeues
Ma Jolie ruht sich aus. Herrl Pablo Picasso hat es auch grad nicht eilig. - © Edward Quinn/teNeues

Der Dackel war auch schon einmal mehr en vogue. Um genau zu sein: in den 50ern und 60ern. Diesem Zeitabschnitt widmet sich ein neuer Bildband - Edward Quinn hat zu jener Zeit mit Vorliebe Stars und ihre Tiere fotografiert. Und Reich&Schön hat seine Hunde und Co. nicht irgendwo äußerln geführt, nein, man hielt sich, wie es sich für menschlichen und tierischen Jetset gehörte, an der französischen Riviera auf.

Der Schriftsteller W. Somerset Maugham herzt seinen Dackel George in seinem Garten. In einem großartigen Schnappschuss sieht man Natalie Wood und ihren damaligen Verehrer Warren Beatty ins Carlton Hotel in Cannes gehen - am Bildrand steht ein Dackel, der aussieht, als würde er duldsam auf ein Autogramm warten.

Ziegen und Leoparden


Pablo Picasso war auch ein großer Dackelfreund. Er hatte einen frechen mit Namen "Lump" und einen entspannten mit Namen "Ma Jolie". Picasso, mit dem Quinn befreundet war, ist vielleicht ein bisschen überrepräsentiert in dem Buch. Aber Picasso hatte auch wirklich viele Haustiere. Auch eine Ziege. Sie hieß Esmeralda.

Das Spektrum der Spezies ist überhaupt groß: Liz Taylor wird ein Löwenjunges vorgestellt, Claudia Cardinale, Luchino Visconti und Burt Lancaster posieren als Werbung für "Der Leopard" mit einem solchen, Salvador Dali spielt ausgelassen mit seinen Schwänen. Manche Bilder erzählen Geschichten: wie jenes vom Rendezvous von Rainier von Monaco und Grace Kelly in des Fürsten Privatzoo. Die Gitterstäbe, hinter denen eigentlich der Tiger sitzt, stehen hier wohl auch symbolisch für einen goldenen Käfig. Berührend auch das Foto von La Belle Otero, die auf ihrem Balkon in Nizza Tauben füttert. Sie war Tänzerin und begehrte Mätresse der Belle Epoque, verspielte ihr Millionenvermögen im Casino und verbrachte ihren Lebensabend vereinsamt. Bis auf den Taubenbesuch.

Interessanterweise sieht man heutzutage Berühmtheiten kaum mehr mit Haustieren. Und wenn doch, werden die gleich vermenschlicht und bekommen einen eigenen Twitteraccount. Wie etwa die Katze von Karl Lagerfeld. Oder der Hase von diesem einen Model. Von den Haustieren von Popstar Justin Bieber sei hier aus Pietätsgründen besser gar nicht die Rede. Nicht einmal jene Hunderasse, die zum Synonym für sinnlosen Ruhm geworden ist, der auch als "Taschenhund" bekannte Chihuahua (Paris Hilton et al.), ist heute noch sehr präsent. In Edward Quinns Fotosammlung kommt übrigens ein einziger Chihuahua vor. Er kann eben keinem Dackel das Wasser reichen.