Bemerkenswerte Abramovic


Doch zurück zur Viennacontemporary: Der Name und die Location sind neu, aber das Konzept der Präsentation zeitgenössischer Kunst aus Zentral- und Osteuropa hat sich nicht geändert. In diesem Jahr kommen 33 der 99 Galerien aus diesen Regionen. Ob nun die Sber-Bank, der nunmehrige Hauptsponsor der Messe, nachdem die Erste-Bank ausgestiegen ist, diese Galerien großzügig unterstützt, konnte nicht beantwortet werden. Beim ersten Rundgang zeigt sich, dass es der künstlerischen Leiterin Christina Steinbrecher-Pfandt gelungen ist, das qualitative Niveau der letzten Ausgabe zumindest zu halten. Bei den österreichischen Galerien stechen unter anderen die Stände von Hubert Winter mit der Einzelpräsentation von Ingo Nussbaumer, von Ursula Krinzinger mit einer bemerkenswerten Arbeit von Marina Abramovic aus dem Jahr 1975, von Andreas Huber, der heuer sein zehnjähriges Galerienjubiläum feiert, mit Arbeiten von Carola Dertnig und Marcin Zarzeka, von unttld contemporary (Gewinner des nationalen Galerienpreises der Wirtschaftskammer) mit den konzeptuellen Fotografien von Sofia Goscinski und von Krobath mit den feinen Werken von Sofie Thorsen hervor.

Stahl-Chaos


Ein Besuch der westlichen Galerien lohnt bei Martin Asbaek (Gewinner des internationalen Galerienpreises) aus Kopenhagen, bei Taik Persons aus Berlin, bei Mezzanin aus Genf und Nicola von Senger aus Zürich. Einiges an Aufmerksamkeit erregen bei CEE-Galerien Werke von Rafal Bujnowski bei Raster aus Warschau, Fotografien von Ladislav Postupa bei der Photon Gallery aus Laibach und die skulpturalen Installationen von Rashad Alakbarov bei der Galerie Yay aus Aserbaidschan. Besonders bemerkenswert sind die Arbeiten Alakbarov: Durch ein scheinbar undurchdringliches Geviert von gebogenen Stahlstangen werden figurative Bilder an die Wand projiziert. Eine der Projektionen wirft das Zitat "This is not Chaos" an die Wand. Das mag als treffender Ausdruck zur Kalmierung der heimischen Kunstmessenverwirrungen gelten.