Ales ist Design: Die Vienna Design Week ist formbewusst, kombiniert Handwerk mit Innovation. Im Bild: Thomas Licht: "Warum eine Frau und ein Mann gute Schuhe tragen sollten", 2015. - © Thomas Licht
Ales ist Design: Die Vienna Design Week ist formbewusst, kombiniert Handwerk mit Innovation. Im Bild: Thomas Licht: "Warum eine Frau und ein Mann gute Schuhe tragen sollten", 2015. - © Thomas Licht

Wien, die verschlafene Donaumetropole? Das war einmal. Besonders dieser Tage jagt eine Veranstaltung die andere. Das in 20 Wiener Galerien stattfindende Projekt curated by_vienna ist in vollem Gange. Erst am Dienstag hat die Kunstmesse Parallel in der Alten Post eröffnet, tags darauf die viennacontemporary (vormals Viennafair) in der Marx Halle. Heute, Freitag, geht die 2007 ins Leben gerufene Vienna Design Week in ihre neunte Runde.

Österreichs größtes Designfestival mit einer Vielzahl an Schauplätzen in ganz Wien begeisterte zuletzt 34.200 Besucher. Entstehungs- und Produktionsprozesse offenzulegen und das experimentelle Arbeiten vor Ort anzuregen, sind die Kernthemen des von Lilli Hollein mitinitiierten und kuratierten Events. Auch heuer zeigt sich, dass es bei Design um weit mehr als das schöne Gestalten von Objekten geht. Denn Design, in welcher Form auch immer, umgibt uns in sämtlichen Lebenssituationen.

Design ist alles


Alles ist gewissermaßen durchdacht und geformt - nicht nur Gebrauchs- oder Luxusgüter, sondern auch strategische Konzepte, die das Zusammenleben verbessern sollen. Mit über 150 Programmpunkten trägt die Vienna Design Week auch diesen Herbst zu einem erweiterten Verständnis des Designbegriffs bei.

Wie schon in den Vorjahren werden auch heuer wieder Traditionsunternehmen und Geschäftslokale unterschiedlichster Branchen eines bestimmten Wiener Gemeindebezirks zur Bühne für Innovation. Dieses Mal steht Favoriten im Zentrum der Auseinandersetzung. Die Wiener Essig Brauerei Gegenbauer hat hier ihren traditionellen Sitz. Auch die auf Wasserstrahlzuschnitte unterschiedlichster Materialien spezialisierte Firma PEGA-cut ist hier angesiedelt, weiters die von Walter und Michael Müller geführte Meistertischlerei 2M, die sich neben der Schreinerei auf Sandstrahltechnik zur Oberflächenbearbeitung nicht nur von Holz, sondern auch Glas, Metall und Keramik spezialisiert hat.

Im Vorfeld der Designweek wurden Unternehmen wie diese mit jungen österreichischen und internationalen Designern zusammengespannt. Im Rahmen geführter Touren kann man sich nun von den Produkten überraschen lassen, die aus dem Zusammenwirken von traditionellem Fachwissen und zeitgenössischem Design hervorgegangen sind.

Für die Festivalzentrale hat man heuer einen besonders guten Ort gewählt: Im Areal der ehemaligen Ankerbrotfabrik, das sich in den letzten Jahren durch die dort beheimateten Institutionen vor allem zur Anlaufstelle für die Liebhaber der bildenden Kunst und Fotografie entwickelt hat, bespielt die Vienna Design Week mit einer beachtlichen Anzahl an Kooperationspartnern gleich sechs Räumlichkeiten.