Sie sind zu viert auf diesem Bild von Martin Veigl: drei Passanten und die Leinwand. ("Konstruierte Masse", 2016.) - © Galerie Gerersdorfer
Sie sind zu viert auf diesem Bild von Martin Veigl: drei Passanten und die Leinwand. ("Konstruierte Masse", 2016.) - © Galerie Gerersdorfer

Auch Künstlerinnen

legen Eier

(cai) "Das ist kein Sessel", behauptet der Werktitel. Sondern? Ein Stuhl? Ach so: Das sind zwei Sessel! Einer für Erwachsene und einer für Kinder. Aber natürlich sind beide keine Sessel. Magrittes Pfeife ist ja auch keine Pfeife. Das ist ein Bild von einer Pfeife. Rauchen kann man die nicht. (Höchstens am Terpentin schnüffeln, solange die Farbe frisch ist.) Und auf diesen Konstruktionszeichnungen in 3D (beschichteter Stahl) kann keiner sitzen. Noch dazu haben die keine Sitzfläche.

Judith P. Fischer erschließt gern mit der Linie den Raum. Den realen (wenn sie das Gekritzel, das sie direkt aus der Silikonspritze drückt, zu einem Ball verdichtet und diesen wie einen Köder auf dem Boden platziert - man muss ihn förmlich durch die Galerie Straihammer und Seidenschwann kicken) und den Illusionsraum. Ihre feinen, delikaten Zeichnungen von aufgetürmten Pölstern ("hoch.STAPELEI") entwickeln sich nämlich ganz aus dem Strich. Schraffur pur. Und eigentlich sind ihre präzisen, reduzierten, sinnlichen Arbeiten lauter Beziehungsgeschichten. Chaos und Ordnung, Weiches und Hartes, Rundes und Eckiges. Romantisch: Zwei Luftballons quellen aus einer Nische und werden zusammenbleiben, bis . . . die Ausstellung aus ist. Auf das Gelbe vom Ei steht sie sowieso. Und legt gleich komplett gelbe, ziemlich kantige Eier. Sind womöglich stapelbar. (Das Hochstapel-Ei?)

Beim Johann Feilacher wird’s dann echt brutal. Was der künstlerische Direktor vom Museum Gugging mit dem Holz anstellt, das grenzt ja schon an Konfrontationstherapie. Den natürlichen Feinden setzt er es aus: der Kettensäge, dem Feuer, dem Bildhauer. Heraus kommen kernige, halb verkohlte Stücke mit viel Persönlichkeit.

Galerie Straihammer

und Seidenschwann

(Grünangergasse 8/3)

Judith P. Fischer und Johann Feilacher, bis 15. Oktober

Di. - Fr.: 12 - 18 Uhr

Sa.: 11 - 15 Uhr

Der malt ja

wie der Goya

(cai) Er wird sogar schon mit Goya verglichen. Was könnte schmeichelhafter sein für einen jungen, aufstrebenden Künstler wie den Martin Veigl? Äh, na ja, wenn zum Beispiel jemand schreiben würde: "Der Veigl wird der nächste Picasso." (Nicht, dass zwischen den beiden auch nur die geringste Ähnlichkeit bestünde.)