New York. Der US-Medienstar Oprah Winfrey hat das Gemälde "Adele Bloch-Bauer II" von Gustav Klimt um 150 Millionen Dollar (rund 140 Millionen Euro) verkauft. Das Porträt, das 2006 aus dem Wiener Belvedere restituiert und im Anschluss versteigert worden war, geht an einen chinesischen Käufer. Der Verkauf gilt, so vermeldet die Nachrichtenagentur Bloomberg, als eine der größten Kunst-Transaktionen des vergangenen Jahres. Auch die Wertsteigerung ist beachtlich, hatte Winfrey vor gut zehn Jahren doch 87,9 Millionen US-Dollar für das Werk bei Christie’s in New York bezahlt. Das bedeutet einen Anstieg um 71 Prozent.

Die Klimt-Werke aus der Sammlung Bloch-Bauer wiederum haben lange Zeit für Aufsehen gesorgt. Der Rechtsstreit um die fünf Gemälde aus dem Belvedere mit den Erben nach Ferdinand Bloch-Bauer zog sich über mehrere Jahre, bis schließlich Anfang 2006 ein österreichisches Schiedsgericht die Rückgabe entschied. "Adele Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Der Apfelbaum", "Buchenwald" und "Häuser in Unterach am Attersee" wurden an die Erben um Maria Altmann restituiert. Der Verkauf von "Adele Bloch-Bauer I" an den US-Mäzen und Kosmetikhersteller Ronald Lauder machte die "Goldene Adele" mit einem Preis von 135 Millionen Dollar zum damals weltweit teuersten Gemälde, die vier weiteren Gemälde wurden um insgesamt 192,7 Millionen Dollar versteigert. Nach dem jüngsten Deal ist "Adele Bloch-Bauer II" nun nach dem kolportierten Verkauf der "Wasserschlangen II" 2015 für 170 Millionen US-Dollar das wohl zweitteuerste je verkaufte Klimt-Gemälde.

Alfred Weidinger, Klimt-Experte des Belvedere, hofft, dass das Bild nach dem Verkauf wieder öffentlich zu sehen sein wird: "Sollte sich mein Verdacht bezüglich des Käufers bestätigen, gehe ich davon aus, dass das Bild nicht in einem Lagerhaus landet, sondern der Öffentlichkeit für Ausstellungen zur Verfügung stehen wird. Und für die Öffentlichkeit ist ja nicht relevant, wer ein Bild letztlich besitzt."