• vom 07.09.2017, 16:20 Uhr

Kunst

Update: 12.09.2017, 14:18 Uhr

Kunstwanderung

Grenzüberschreitender Kunstparcours




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Von Christof Habres

  • Der Rehberger-Weg verbindet mit 24 Positionen zwei Kulturinstitutionen in Deutschland und der Schweiz.

Kunstvoll wandern: Diese und viele andere Kunstwerke passiert man beim grenzüberschreitenden Rehberger-Weg.

Kunstvoll wandern: Diese und viele andere Kunstwerke passiert man beim grenzüberschreitenden Rehberger-Weg.© Christof Habres Kunstvoll wandern: Diese und viele andere Kunstwerke passiert man beim grenzüberschreitenden Rehberger-Weg.© Christof Habres

Basel/Weil. Auch bei spätsommerlichen Temperaturen ist die Versuchung, ein Museum zu besuchen, noch eher gering. Selbst wenn die Kultureinrichtung von einem renommierten Architekten wie Renzo Piano entworfen wurde und sich nicht nur durch perfekte und großzügige Planung auszeichnet, sondern auch durch angenehme Klimatisierung. Auch die überaus bemerkenswerte Sammlung und eine erstaunliche Ausstellung von Wolfgang Tilmans verlocken wenn, dann nur zu einem verhältnismäßig kurzen Besuch der bekannten Fondation Beyeler in Riehen/Basel.

Die zahlreichen Besucher flanieren lieber durch die wunderschöne Gartenanlage mit riesigen Skulpturen von Alexander Calder. Will der kulturinteressierte Besucher im herbstlich milden Sonnenschein jedoch nicht vollständig auf seine Dosis Kunst verzichten, bietet sich ein außergewöhnliches Outdoor-Angebot an: Seit Juni 2016 existiert der Rehberger-Weg. Der Wanderweg verbindet zwei große Kunstinstitutionen der Region - die Fondation Beyeler in Riehen (Schweiz) und den Vitra Design Campus mit seinen unterschiedlichen Ausstellungsräumen in Weil am Rhein (Deutschland).


Fünf Kilometer Kunst
Die Idee ist eine Per-Pedes-Zusammenführung und mobile wie künstlerische Überwindung der Grenzen. Diverse Architekturen, Landschaften und Wohnviertel inkludiert. Mit der Ausführung des Projekts, das vorerst auf zehn Jahre anberaumt ist, wurde der deutsche Bildhauer Tobias Rehberger beauftragt. Rehberger, der mit seinen Skulpturen und raumgreifenden Installationen etwa bei der Biennale in Venedig, der Expo 2000 in Hannover oder im Palais de Tokyo in Paris für internationales Aufsehen sorgte, hat auf dem fünf Kilometer langen Wanderweg 24 Wegmarken geschaffen.

Die meist farbig-popigen, schachtelförmigen und dekonstruktivistischen Objekte des Künstlers heben sich weithin sichtbar von der Landschaft ab. Ein willkommener Aspekt, der dem Wanderer das Nachsehen in der Karte erspart. Weiterer Aspekt der Stationen: Alle Objekte erfüllen einen bestimmten Zweck. Den gilt es herauszufinden.

Pack die Badehose ein
Der Weg beginnt mit einer Glocke im Hof der Fondation Beyeler. Hier zeigt sich bereits, wie tief der "Respekt" vor Kunstwerken bei Aficionados verankert ist. Bis die Wandersleute die Glocke zum Läuten bringen - ja, man darf sie berühren -, dauert es eine Weile. Gleich ernten sie bei ihrem Tun skeptische Blicke von Passanten, ob das wirklich erlaubt sei. Aber der erste Schritt ist getan.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-09-07 16:24:09
Letzte Änderung am 2017-09-12 14:18:07


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