• vom 19.09.2017, 15:41 Uhr

Kunst


Galerien

Kunst




  • Artikel
  • Lesenswert (80)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Galerien

Gießkanne? Nein, eine Crack-Pfeife. Bronze, vergoldet. Für den "Goldenen Zug"? Von Keith Coventry.

Gießkanne? Nein, eine Crack-Pfeife. Bronze, vergoldet. Für den "Goldenen Zug"? Von Keith Coventry.© Keith Coventry, Courtesy: Pace Gallery Gießkanne? Nein, eine Crack-Pfeife. Bronze, vergoldet. Für den "Goldenen Zug"? Von Keith Coventry.© Keith Coventry, Courtesy: Pace Gallery

Schlafen ist

eben eine Kunst


(cai) Na ja, ihre Träume sind halt nicht so langweilig, dass man dabei einschläft. Sonst würde doch wenigstens sie selber büseln, oder? Nicht, dass die Waltraud Palme irgendwas geträumt hätte, als sie verzweifelt versucht hat, ihre eigene Vernissage zu verschlafen. (Obwohl sie auf ihr T-Shirt extra "I have a dream" geschrieben hatte.)

Was sich am 11. September nach 19 Uhr unter einem Moskitonetz zugetragen hat (im KunstRaumZwei), das war jedenfalls keine Pseudoinsomnie. Keine geträumte Schlaflosigkeit. Eh nicht. Das war eine Performance. Action-Sleeping. Oder Nicht-Sleeping. Originell. Vor der Tür wurden derweil die Federn eines geschlachteten Polsters, den offenbar das Traummännlein besucht hatte (Freddy Krueger), vom Wind in die Nacht verblasen.

Echt alles hat sie probiert. Schlafmaske, Halcion, Heintje. Selbst ihr Kuscheltier hat sie nach Träumen abgesucht. (Okay, nach Flöhen.) Erst nach einer Stunde, nachdem ihr pelzbesetzter Wecker verschlafen hatte (der General Puschl), hat sie ihr Handyalarm endlich erlöst und sie durfte aufstehen.

Dafür träumt die Wienerin mit der Tusche. Träumt in klaren, routinierten Linien fremde Träume weiter. (Natürlich mit offenen Augen. Sonst sieht sie ja nicht, was sie träumt.) Andreas Okopenkos "Traumberichte" zum Beispiel. Zeichnet Menschen, Tiere, Mischwesen lose aufs Blatt. Und hat witzige, skurrile Einfälle. Wickelt Haie in Geschenkpapier ein, krallt einem Model als modisches Accessoire einen hämmernden Specht an den Rücken. Hinter dem anmutigen, fast lieblichen Strich tun sich seelische Abgründe auf.

Der Betrachter darf ebenfalls nicht faul sein. Die rätselhaften Geschichten muss er sich selber kreativ zusammenreimen. He, wenn Menschen zu Tieren mutieren, reimt sich das am Ende ja tatsächlich! Wie Schlaf auf Schaf.

KunstRaumZwei

(Hollandstraße 7)

"Schläferin", bis 22. September

Di. - Fr.: 17 - 20 Uhr

Sogar das Plastik

ist aus Gold

(cai) Drogen, Gewalt, Junkfood. Und immer weniger Leute können sich die Miete leisten. Trotzdem leben wir in einem Goldenen Zeitalter. Mit goldenen Kreditkarten. Und praktisch an jeder Ecke ein goldenes M. (Also für mich schaut das ja eher gelb aus.)

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-09-19 15:45:06



Fotografie

Stefan Enders

Geboren 1958 in Frankfurt. Studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei, bevor er sich der Fotografie zuwandte... weiter




Bildende Kunst

Franka Lechner

Geboren 1944 in Wien; die frühe Kindheit verbrachte sie in Südamerika, die Schulzeit in Wien. 1962-64 Studium an der Akademie der Bildenden Künste bei... weiter




Bildende Kunst

Reinhard Vitus Gombots

Geboren 1961 in Bildein (Burgenland); 1989-1992 Aktzeichnen und Modellieren; 1993 Besuch der Sommerakademie Salzburg; 1995 -1997 Gestaltung der Roma-... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Frau, die alle Register zieht
  2. Auf ein Puiverl ins Beisl
  3. "Wir gaben dieser Musik ihre Stimme"
  4. Engel auf der Flucht
  5. Welt(klasse)musik
Meistkommentiert
  1. Helene Fischer muss zwei Wien-Termine streichen
  2. Spiel dich – verkühl dich nicht!
  3. Der Irrsinn der Macht
  4. Drei Säulen auf unsicherem Fundament
  5. Erbarmungslos schön


Bille August.

Am Donnerstag, 15. Februar 2018, ging die Eröffnung der 68. Berlinale über den roten Teppich. Zahlreiche Stars aus nah und fern waren mit dabei.

Wissensdurstig, neugierig, seelenvoll und nachdenklich sieht David Bowie auf den Aufnahmen aus. Hier in August Wallas Zimmer. Die 75. Golden Globes wurden zur Bühne der Frauen mit einer Kampfansage an Sexismus, Missbrauch und Benachteiligungn. "Ich möchte, dass heute alle Mädchen wissen, dass ein neues Zeitalter am Horizont anbricht", sagte die US-Entertainerin Oprah Winfrey in ihrer Dankesrede nach Empfang des Ehrenpreises für ihr Lebenswerk - und rührte viele im Saal zu Tränen. "Zu lang wurden Frauen nicht angehört oder ihnen wurde nicht geglaubt, wenn sie den Mut hatten, gegen die Macht von Männern aufzubegehren." Deren Tage seien nun gezählt. Jetzt müssten alle dafür kämpfen, dass es in Zukunft niemanden mehr gibt, der als Opfer "Me too" sagen muss, mahnte Winfrey. Zur ganzen Rede

Werbung



Werbung


Werbung