• vom 03.11.2017, 16:11 Uhr

Kunst

Update: 09.11.2017, 16:14 Uhr

Kunstmesse

Herbstliche Entdeckungsreisen




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Von Christof Habres

  • Die 49. Ausgabe der Kunstmesse Art & Antique in der Hofburg hat ihre Pforten geöffnet.

Egon Schieles "Sitzender Akt" wird von der Galerie Kovacek & Zetter angeboten.

Egon Schieles "Sitzender Akt" wird von der Galerie Kovacek & Zetter angeboten.© Galerie Egon Schieles "Sitzender Akt" wird von der Galerie Kovacek & Zetter angeboten.© Galerie

Es ist wieder einmal Zeit, sich auf Reisen zu begeben. Abwechslungsreiche Kulturreisen, die sich über Jahrhunderte erstrecken, von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst, von griechischen Skulpturen bis zur aktuellen, abstrakten Malerei. Die 46 Aussteller der 49. Ausgabe der Art & Antique in den Prunkräumen der Hofburg präsentieren ein überaus vielfältiges Programm auf meist sehr hohem Niveau. Das beweist auch die erste Tour durch die Kunstmesse.

Eine Reise durch die Jahrhunderte und durch den europäischen Kontinent hat die Statue einer Aphrodite des ersten Jahrhunderts nach Christus hinter sich gebracht, bis sie im Jahr 1963 in einem Wohnzimmer in Oberösterreich einen Platz gefunden hat. Dort hat sie vor kurzem der Antiken-Kunsthändler Christoph Bacher entdeckt. Eine famose und einzigartige Arbeit, wie Bacher im Gespräch betont, wie sie sonst nur in Museen zu finden ist. Normalerweise werden für solche singulären Stücke sechsstellige Summen erzielt, aber am heimischen Markt ist die Auspreisung mit 78.000 Euro fast eine Mezzie.


Eine Wiederentdeckung
Eine interessante Wiederentdeckung hat auch der Kunsthandel Kolhammer & Mahringer vorzuweisen: Sie haben die zeitweise in Vergessenheit geratene, in Triest geborene Künstlerin Leontine von Littrow (1856-1925) in den Fokus ihrer Präsentation gestellt. Die impressionistischen Werke der Künstlerin, die ihr Leben zwischen Triest, Rijeka und Opatija verbracht hat, waren nicht nur in Wien oder München zu bewundern, sondern die größten Erfolge konnte von Littrow in London verbuchen. Die Preise der beachtlichen, stimmig komponierten Arbeiten bewegen sich zwischen 14.000 und 25.000 Euro.

Einen bemerkenswerten wie überraschenden Schritt setzt der Kunsthandel Giese & Schweiger mit einer Soloschau des umstrittenen Künstlers Otto Mühl. Neben der gewohnt soliden und qualitätsvollen Präsentation des gewohnten Repertoires, wie bei Werken von Tina Blau, Emil Jakob Schindler oder Olga Wisinger-Florian, zeigen sie einen aufschlussreichen Überblick des vielschichtigen Schaffens des ehemaligen Kommunarden. Das Spektrum reicht von abstrakten Leinwänden über Landschaftsbilder bis zu Siebdrucken, die in der Stilistik an das Œuvre von Andy Warhol erinnern. Die Rezeption der Schau und die Nachfrage bei Sammlern werden gerade in diesem Umfeld spannend zu beobachten sein.

Was gibt es noch bei der Art & Antique zu bewundern und natürlich auch zu erwerben? - Bei Kovacek & Zetter findet man sowohl die wunderbare Preziose "Sonnenuntergang" von Marie Egner für 14.000 Euro, als auch die feinen Porträts italienischer Städte einer Antonietta Brandeis (Preise zwischen 16.000 und 18.000 Euro). Die Galerie Weihergut aus Salzburg hat eine Serie von filigranen Frauenporträts des amerikanischen Starkünstlers Alex Katz. Hier liegt der Preis für einen nummerierten und signierten Siebdruck (Auflage 35) bei 30.000 Euro. Der Künstler Alfons Walde schafft es immer wieder, seine Fans und Sammler zu überraschen. Seine Landschaftsbilder und Auracher-Kirchleins erzielen regelmäßig Top-Ergebnisse bei Auktionen, aber dann taucht bei der Galerie Anton Figl aus Sankt Pölten ein beeindruckendes Pastellbild auf Papier mit einem kopulierenden Liebespaar auf.

Solche und viele andere - künstlerische - Überraschungen machen den Besuch der Kunstmesse in der Hofburg zum Pflichtprogramm.

49. Art & Antique Hofburg ist zu sehen bis 12. November.

Im Web: www.artantique-hofburg.at




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2017-11-03 16:17:09
Letzte Änderung am 2017-11-09 16:14:12


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