• vom 14.11.2017, 16:01 Uhr

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So natürlich ist nur Plastik: aus der Serie "Trust Me" von Robert F. Hammerstiel.

So natürlich ist nur Plastik: aus der Serie "Trust Me" von Robert F. Hammerstiel.© Hammerstiel So natürlich ist nur Plastik: aus der Serie "Trust Me" von Robert F. Hammerstiel.© Hammerstiel

Schöne

Verwüstung


(cai) Metall, Sand und sonst nix. "Metal and Sand", war das nicht auch der Untertitel von dieser Fernsehserie "Spartacus"? Nein, der hat "Blood and Sand" gelautet. Wobei die Hauptzutaten eigentlich Sex und Sand gewesen sind. Gut, blutiger Sand. Und die Serie "Quiet Fonts" (völlig unblutig und jugendfrei) besteht eben aus Metall und Sand. (Keine TV-Serie. Installativ präsentierte Skulpturen!)

Schön verwüstet hat Angelika Loderer die Galerie von Sophie Tappeiner. In eine künstlerische, sinnliche Wüstenlandschaft hat sie diese verwandelt. Über Sandinseln, die die Besucher wie Schutzschilde auf Abstand halten, obwohl man drauftreten dürfte (Galeristin: "Nur man tut’s interessanterweise nicht"), schweben abstrakte, filigrane Stahlgerippe, auf denen aufgetürmter Sand ephemer zu balancieren scheint. Die Vergänglichkeit ist freilich stabiler, als man denkt. Formsand, gepresst. Derselbe, aus dem sonst die Gussformen sind. Alle Sande sind potenzielle oder tatsächliche Abfälle aus der Gießerei (der grobe auf dem Boden wird beim Sandstrahlen eingesetzt), die man dem Endprodukt normalerweise nimmer ansieht. Weil sie sich vorher vertschüssen.

Überhaupt macht die Wurm-Schülerin in ihren grenzgängerischen Skulpturen gern das Verborgene sichtbar (im Keller werden ausgegossene Maulwurfsgänge zu rätselhaften Objekten), spielt raffiniert mit Positiv- und Negativformen, dreht die Verhältnisse und Hierarchien frech um. Es ist ihr sogar gelungen, in der Galerie ein Pferd zu verstecken. Okay, kein ganzes. Bloß einen Haxen. Der ist als Türschnalle getarnt. (Technik: Sandguss.) Angewandte oder schöne Kunst? Beides. Wie der Messingring. Den man als Dosenhalter nutzen oder einfach an-, nein: übersehen kann. Geradezu poetisch, dieser Minimalismus.

Galerie Sophie Tappeiner

(An der Hülben 3)

"Quiet Fonts", bis 25. November

Mi. - Fr.: 12 - 18 Uhr

Sa.: 11 - 15 Uhr

Trautes Heim,

Kevin allein

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Dokument erstellt am 2017-11-14 16:05:09


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