• vom 05.12.2017, 16:02 Uhr

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Kunstbanausen! Essen die doch glatt den Urheber dieses Bildes. Den Anton Kannemeyer.

Kunstbanausen! Essen die doch glatt den Urheber dieses Bildes. Den Anton Kannemeyer.© Anton Kannemeyer/Courtesy: Galerie Ernst Hilger Kunstbanausen! Essen die doch glatt den Urheber dieses Bildes. Den Anton Kannemeyer.© Anton Kannemeyer/Courtesy: Galerie Ernst Hilger

Oberflächen für

untendrunter

(cai) He, warum schmilzt das Eis nicht? In der Galerie nächst St. Stephan herrscht doch eindeutig Zimmertemperatur (meinen Atem hab ich jedenfalls nicht gesehen). Und trotzdem tropft nix von den Wänden. Den Wänden? Na ja, der Daniel Knorr hat draußen anscheinend gefrorene Lacken aufgeklaubt und sie dann drinnen aufgehängt.

Anscheinend. Er führt uns nämlich aufs Glatteis. Oder eigentlich aufs Polyurethan. Denn damit hat er die Bodenproben genommen. Abgüsse gemacht. Vom Pflaster vor der Münchner Feldherrnhalle zum Beispiel, das sich an unzählige Schritte "erinnert". Eine Art Spurensicherung? So ähnlich. Zeitgenössische Archäologie! Die matt lackierten Stahlplatten hinter den kristallklaren Reliefs (denen man stets auf die glatte Rückseite schaut) bringen die Details dieser "Zeitzeugen" freilich erst so richtig zur Geltung. Oh, das sind Autofarben. Die parken hier "konzeptuell".

"Reduce Speed Now", fordert mich der Titel der Ausstellung auf. Die Geschwindigkeit soll ich reduzieren? Hetzen will ich mich aber eh nicht. Diese "oberflächliche" Kunst ist einfach zu faszinierend. Besonders weil die Oberflächen so viel Tiefgang haben. Weit kann man da hineinstarren. In die Abgüsse mit den sinnlichen Farbeinschlüssen sowieso. Malerei in Aspik quasi. Und welche pittoresken Effekte allein die Hitze aus dem Edelstahl herausholt! Sind die verbeulten, betörend schillernden Bleche ein Kommentar zur Erderwärmung? (Obwohl: Die Serie heißt "Minimal Change", nicht "Climate Change".)

Knorrs Prinzip: die direkte Auseinandersetzung mit der Realität. Dem Material. Dem Ort. Auf der Documenta hat er sich heuer in Kassel mit dem Zwehrenturm auseinandergesetzt. Hat ihn angezündet. Natürlich nicht wirklich. Geraucht hat’s halt oben. Und laufend haben die Leute die Feuerwehr gerufen.

Galerie nächst St. Stephan

(Grünangergasse 1)

Daniel Knorr, bis 23. Dezember Di. - Fr.: 11 - 18 Uhr

Sa.: 11 - 16 Uhr

Hautfarben sind

rassistisch

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Dokument erstellt am 2017-12-05 16:05:08



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