Peter Wolf wedelt mit der Toga.
Peter Wolf wedelt mit der Toga.

Bereits zum fünften Mal bespielen Regisseurin Jacqueline Kornmüller und Produzent Peter Wolf das Kunsthistorische Museum. Nach "Ganymed Female" im Frühjahr 2017 läuft derzeit "Ganymed Nature" bis Anfang Juni einmal wöchentlich. Das Konzept ist gleich geblieben. Ausgewählte Autoren und Autorinnen schreiben zu ausgewählten Werken der Sammlung des Museums kurze Texte. Diese werden - schauspielerisch, musikalisch, tänzerisch - vor den jeweiligen Originalen präsentiert.

Und wie da die Menschen die steinernen Treppen nach oben hasten, Platz gibt’s für alle, Sitzplatz nicht unbedingt. "Am Beispiel des Hummers" erzählt David Foster Wallace von der Grausamkeit der Nahrungsmittelindustrie. Dabei steht Wolf vor dem Gemälde "Großer Fischmarkt" von Joachim von Sandrart und wedelt mit orange-farbener Toga. Das Thema Natur wird großzügig allgemein angegangen. Zusammenhänge zwischen den Stationen ergeben sich eher assoziativ. Franz Schuh hat sich mit "Der Flirt" Gedanken über Kitsch und Idylle gemacht. Petra Gstrein und Albin Paulus liegen lasziv der "Nymphe und Schäfer" von Tizian gegenüber.

Im Kontext der kunstvollen Bildbetrachtungen fällt Rania Mustafa Alis Beitrag als der persönlichste und zugleich politischste auf. Ausgehend von Orazio Lomis "Ruhe auf der Flucht nach Ägypten" zeigt sie Szenen aus ihrer gemeinsam mit Anders Hammer dokumentierten Flucht aus Kobane. Die "Ruhe auf der Flucht" bedeutet erschöpft am Erdboden liegende Menschen nach einem Tränengas-Angriff an der griechisch-mazedonischen Grenze.