• vom 20.04.2018, 13:00 Uhr

Kunst


Kunstgeschichte

Vom Urpferd bis zum blauen Pferdeturm




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Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer

  • Das Pferd in der Kunst von der Antike bis zur Moderne.

Leonardo da Vinci Schule, "Die Schlacht von Anghiari", Tusche/Papier, Florenz, Uffizien - © H. Zens

Leonardo da Vinci Schule, "Die Schlacht von Anghiari", Tusche/Papier, Florenz, Uffizien © H. Zens

Das "Urpferd" in der Kunst ist eigentlich nicht so alt: Am Parthenontempel in Athen ragte sein Kopf aus der Ecke des Giebels, als Teil eines untergehenden Wagengespanns der Göttin Nyx. Johann Wolfgang Goethe gab ihm den Namen – 1816 verkaufte Lord Elgin es nach Demontage ans British Museum in London, wo es bis heute in einem Saal für die Skulpturen des Parthenon aufgestellt ist. Als Urpferde der Kunst sind eigentlich andere zu bezeichnen: Schon in der Steinzeitmalerei haben sich die frühen Künstler auf Pferde und andere Tiere spezialisiert. In der Höhle von Chauvet könnten manche bis 40.000 Jahre alt sein, in der von Lascaux in Zentralfrankreich sind trächtige Stuten durch die Pfeile von Jägern bedroht, "Jagdzauber" oder schamanistische Praktiken, die mit Tod und Leben zu tun haben, begleiten diese auf den Lauf der Jahreszeiten und die Gestirne ausgerichtete, zyklische Weltdeutung des Homo sapiens in Bildern.

In der Bronzezeit spannte der Mensch gezähmte Wildpferde vor seine Wagen aus Metall. Auch wenn es um den Sonnenkult ging, spielen sie eine große Rolle, wie der kleine Kultwagen von Trundholm in Dänemark und viele schwedische Felszeichnungen verraten. Sie zogen tagsüber die Sonnenscheibe, wohl nach dem Beispiel der über den Himmel wandernden Sonne. Große weiße Pferde waren in der Zeit von Stonehenge und der vielen Steinkreise in England aus flachen weißen Steinen in so manche grüne Wiese gelegt. Da sie nur aus der Luft und entfernt gesamt erfassbar sind, rätselte man lange über frühe Ballonfahrten, doch sind es eher an den Götterhimmel gerichtete Bilder.

Information

Dieser Artikel erschien im "Wiener Journal" vom 20.4. 2018.

Auch im Alten Ägypten taucht der Streitwagen der Pharaonen relativ spät auf. Erst viel später hat sich das Reiten etabliert. Nach heutigem Stand der Wissenschaft kam es zu Ende der Bronzezeit durch den Überfall der sogenannten Seevölker, die einige Hochkulturen in Kreta, Troja sowie das Reich der Hethiter auslöschten und erst im Nildelta gestoppt wurden, zur Übernahme dieses Phänomens, das von den Griechen bis um 1900 die Ritter und Kavaliere, eigene Sportarten, Mythen von Pegasus bis zum Kentaurenkampf und in den Weltreligionen einige Heilige zu Pferd hervorbrachte. Ob Georg, der christliche Drachentöter, Elias mit dem Feuerwagen oder der zum Himmel auffahrende Mohammed, auch Engel reiten Pferde – bei Eugène Delacroix vertreiben sie reitend Heliodor aus dem Tempel (Paris, Saint-Sulpice, 1861).
Vor den Griechen fuhr man schon in Kreta am Hof von Knossos mit dem Pferdewagen, und schon die Pharaonen in Ägypten waren Besitzer riesiger Marställe. Im Neuen Reich hatte vor allem Ramses II. riesige Anlagen in seiner neuen Hauptstadt Piramesse im Nildelta, die erst kürzlich ausgegraben wurden. Ihr Vorhandensein verriet die einstige Anwesenheit des Pharaonenhofes, denn davor hatte man lange einen anderen Ort für Piramesse gehalten.

In der griechischen Mythologie ist das göttliche Flügelpferd Pegasus das erste, das vom Held Bellerophon gezähmt wird. Sein Vater Poseidon, der eigentliche Herr der Pferde (Hippios, gemalt etwa 1892 von Walter Crane, "Neptun’s Horses"), hatte es ihm übergeben, Athene gab das Zaumzeug dazu. Bellerophon, der "Hipponoos" (Pferdeversteher), besiegte auf Pegasus den Feuerdrachen Chimära. Die Barockkunst und fürstliche Ikonografie liebte die antiken Götter in christianisierter Umdeutung, besonders Sonnengott Apoll mit seinem Pferdegespann taucht in Deckenfresken der Schlösser und Klöster auf. Schon im Friedhof unter Alt St. Peter in Rom gibt es ein frühchristliches Mosaik, das Christus als neuen Sonnengott mit Pferden und Wagen zeigt. Einen solchen christlichen Apoll im Sonnenwagen hat Giovanni Battista Tiepolo in der Residenz von Würzburg mit zwei Wagenpferden in extremer Unteransicht gemalt, der Blick auf die Pferdebäuche fasziniert heute noch, nur ein Spezialist solcher Deckenfresken konnte diesen Schwierigkeitsgrad bewältigen. Im Rokokopark von Schloss Veitshöchheim stellt Hofbildhauer Ferdinand Tietz Pegasus für die Fürsterzbischöfe von Würzburg an die Spitze des, in ein Wasserbecken als Steinpyramide gebauten, griechischen Berges Parnass, Wohnort von Apoll und der Musen. Das göttliche Pferd ist hier im Einsatz als Inspirator der Lyrik und auch der Kunst insgesamt himmelwärts gerichtet. Wenn uns also ein Tier geistig beflügelt, dann ist es Pegasus.

Weitere Mythen um Pferde betreffen Bukephalos, das Lieblingspferd Alexanders des Großen (da darf auch an Brad Pitt und sein Filmpferd gedacht werden), oder die vom Himmel stürzenden Rosse mit Wagen, die Apoll Phaeton überlassen hat – was als Zeichen für die Hybris des Menschen zum Unglück führt. Michelangelos berühmte Zeichnung dazu wurde oft kopiert bis Odilon Redon dieses Thema in rätselhafter Abstraktion um 1900 fast verklärt.

Das große Unglück für Troja kam durch das listig eingesetzte große Holzpferd, in dem die griechischen Eroberer sich als Überraschungsgeschenk abends in die Stadt ziehen ließen. Eine ironische Nachbildung des trojanischen Pferdes schleppte Bildhauer Alfred Hrdlicka, politischer Gegner des ehemaligen Bundespräsidenten Kurt Waldheim, durch Wien. Die große Liebe der antiken Fürsten zu ihren Pferden blieb auch an Renaissancehöfen wie dem Palazzo del Te in Mantua sichtbar. Es gab, wie hier für die Familie Gonzaga, oft malende Spezialisten, die einzelne Pferdeporträts als Beispiele gelungener Pferdezucht dokumentierten oder sich Rennbahnthemen widmeten. Diese Liebhaberbilder gehen aber nur im Fall von Edgar Degas oder Henri de Toulouse-Lautrec über unkünstlerische Darstellungen hinaus. Erst die Fotografie hat das spezialisierte Pferdegenre abgelöst und innovative Erfinder mit der Kamera wie Eadweard Muybridge haben mittles Chronofotografie 1888 den Galopp der Pferde für die Wissenschaft dokumentiert. Kaiserin Elisabeth hatte beides: Gemälde ihrer Lieblingspferde und Fotografien, ein kleiner von ihren vielen Reitställen ist im Museumsquartier erhalten.

Die berühmtesten Bilder und Skulpturen in der Kunstgeschichte betreffen jedenfalls Reiter. In der Antike gab es legendäre Standbilder – so den Reiter Rampin auf der Akropolis in Athen aus der archaischen Kunstepoche oder den auch dort gefundenen "Perserreiter", beide nur noch Fragmente. Das in Rom ganz erhaltene Reiterdenkmal des Kaisers Marc Aurel, das durch die Annahme, es handle sich um Kaiser Konstantin den Bildersturm der Christen gegen die "heidnische Kunst" überdauerte, war Vorbild für Karl den Großen, mit dem der christliche Reiter Einzug ins Mittelalter hielt. Viele Reiter gibt es am von Nonnen gestickten Teppich von Bayeux, und der bekannteste gotische Reiter ist der in der Kathedrale in Bamberg, ein Heiliger und Ritter, vielleicht ein König, denn er hat eine Krone und langes Haar, aber um wen genau es sich dabei handelt, bleibt trotz vieler Deutungen ungeklärt.
Giovanni Lorenzo Bernini nahm sich dann des ersten christlichen Kaisers Konstantin an und lässt ihn im Eingang von St. Peter in Rom (Portikus rechts) mit sich aufbäumendem Pferd einreiten. Sein bewegter Reitertypus war schon von Leonardo für Ludovico Sforza um 1490 in Mailand konzipiert worden, scheiterte aber noch an der Gusstechnik, die technisch erst im 19. Jahrhundert ohne Bauchstütze mit Innengerüst durch Dominik Fernkorn für die Wiener Reiterdenkmäler Prinz Eugens und Erzherzog Carls gelang und am Äußeren Burgplatz aufgestellt wurden. Aufgrund dieser beiden Reiterdenkmäler wurde 1878 die Umbenennung in Heldenplatz vorgenommen. Es ist dieser heroische Typus, den um 1800 Jacques-Louis David für Napoleon Bonaparte am St. Bernhard-Pass übernahm, das Gemälde kam nach Wien und ist nun in die neue Sammlungspräsentation im Oberen Belvedere integriert.

Prominent verschwunden ist Leonardos "Schlacht von Anghiari" mit einer Reitergruppe, die er ab 1503 konzipierte und 1505 im Auftrag der Stadtregierung von Florenz für den Palazzo Vecchio an die eine Wand der Sala del Gran Consiglio malte. Statt Freskotechnik verwendete er eine erhitzbare Enkaustik (es war wohl Wachs in die Farben gemischt), was nicht funktionierte. Er gab das teilweise wegrinnende und somit misslungene Bild 1506 auf. Auch Michelangelo hat trotz Konkurrenz sein Pendant an der gegenüberliegenden Wand nicht gemalt. Erst 1560 wurde von Giorgio Vasari eine Wand vor Leonardos Werk gebaut, um ein Schlachtenbild mit Pferden als Ersatz anzubringen. Kürzlich ließ der italienische Kunsthistoriker Maurizio Seracini mit Kameras durch ein kleines Mauerloch nach den Resten suchen und wurde fündig: Spuren von Farbe an der Wand dahinter weisen auf die Maltechnik Leonardos. Wir können also auf eine kommende Sensation bei genehmigter Freilegung warten und hoffen, dass die Reste in etwa den Kopien der Leonardoschule oder von Peter Paul Rubens auf Papier entsprechen, die in Florenz (Uffizien) und im Pariser Louvre aufbewahrt werden.

Berühmteste Gespanne und Pferdeführer waren von der Antike bis heute Thema: So gehören die Pferde von San Marco in Venedig zu einer ehemaligen Quadriga, wahrscheinlich kommen sie aus Konstantinopel. Die von Gottfried Schadow am Brandenburger Tor in Berlin sind die wohl am meisten abgebildeten Motive für Touristen seit dem 19. Jahrhundert. In Rom stehen vor dem Quirinalspalast und am Eingang zum Kapitolsplatz, auf den Michelangelo das Reiterstandbild Marc Aurels platzierte, nackte Dioskuren, die ihre Pferde am Zügel führen. Diese römischen Beispiele stammen aus den Thermen des Konstantin und aus anderen Ruinenkomplexen. Auf Friesen und Sarkophagen sowie an anderen Orten des Gedächtnisses, wie dem Heroon von Limyra, im Süden der heutigen Türkei, erinnerten Reiterszenen an wichtige Fürsten, daselbst an den um 390 v. Chr. verstorbenen König Perikle. Dabei haben die antiken Künstler die verschiedensten Pferdetypen nebeneinander unterschieden, auch die Art von Mähnenschnitt, Schweif und Zaumzeug weisen, wie die Bekleidung der Reiter, auf persische oder griechische Herkunft hin, denn es ist der Großkönig von Persien, mit dem sich Perikle hier darstellen ließ. Pagen und höfische Ritter begleiten sie zu Pferde. Wie in Athen waren auch hier die Friese bunt bemalt, also auch die Fellfarben der Tiere mussten mit bedacht
werden.

Pferde begleiten auch die wilde Jagd keltischer Jenseitsmythen, auf Münzen der Kelten waren galoppierende Pferde als Jenseitsbegleiter dargestellt, sie trugen die toten Helden oder lenkten ihre Wagen in überirdische Bereiche. Apokalyptische Reiter sind auch in der Bibel wichtige Inspiration für Künstler – mehrere Fassungen dieser Schreckgespenster gibt es dazu von Arnold Böcklin mit Sense schwingendem Tod, Pest bringender Krankheit, auch bösen Hexenfrauen. Wie in Alfred Rethels Holzschnittserie "Auch ein Totentanz" reiten sie alle auf wilden Pferden mit hervorquellenden Augen. Es sind Gegenbilder des Symbolismus zum stoisch gefassten, Tod und Teufel als Begleiter akzeptierenden, geharnischten Ritter in Albrecht Dürers Radierung "Ritter, Tod und Teufel" von 1513.

Weibliche Reiterinnen gibt es als apokalyptische Begleitung bei Böcklin. Francisco de Goya hat die spanische Königin Maria Louisa zu Pferde fast karikiert – oder es macht nur auf uns heute einen solchen Eindruck. Sicher frauenfeindlich ironisierend schildert Frantisek Kupka, von Prag nach Paris ausgewanderter früher Moderner und Miterfinder der Abstraktion, Epona, die Pferdegöttin der Kelten in seinem Gemälde "Epona oder die Stimmen" von 1901/02. Nackte Walküren in den besten Frauenjahren turnen auf diesen mit dem Meer eng verbundenen Schimmel und einem Pony und lassen gar nicht an göttliche Macht und Jenseitsritt denken. Doch die Reiter und ihre Denkmäler haben in den aufkommenden Demokratien im 20. Jahrhundert an sich ausgedient. Nur noch Jockeys und kleine Mädchen wünschen sich Siegerpreise in Form von Reiterkitsch. Kinder zu Pferd ohne Kitsch gab es jedoch im hellenistischen Griechenland: Vor dem Kap Artemision fand sich ein Bronzepferd mit reitendem Knaben, der siegessicher, konzentriert und angestrengt dahinstürmt. Vielleicht war es zum Gedächtnis an die Siege eines Kinderjockeys aufgestellt und wurde dann von einem Schiff aus geraubt, welches nach dem Diebstahl sank. Auf seinem Grab stellt sich schon lange keiner mehr als Reiter oder Reiterin dar, und es kann sich niemand mehr, bei aller Hochachtung für diesen früheren Bundeskanzler, Bruno Kreisky zu Pferde vor dem Parlament vorstellen.

Der Heilige Georg, ein Drachentöter zu Pferde, ist von den Brüdern Asam in der bayerischen Kirche Weltenburg an der Donau wunderbar barock hinter dem Altar inszeniert worden. Noch am Beginn des 20. Jahrhunderts hat er in der Avantgardegruppe "Der Blaue Reiter" Wassily Kandinsky als dynamisches Motiv 1912/13 inspiriert, in vier Variationen in die Abstraktion vorzudringen. Kandinskys Kollege Franz Marc schuf kurz danach, 1913/14, den "Turm der blauen Pferde" – das Blau steht für das Geistige der Expressionisten, zudem ist es ein kosmisches Motiv mit Regenbogen am Himmel. Das Gemälde ist im Zweiten Weltkrieg leider verschollen, nachdem es im Besitz von Hermann Göring war; die Skizze in München (Pinakothek der Moderne) zeigt die kosmische Verknüpfung dieser vier untereinander gestaffelten Pferde durch Sternenmotive an ihren Körpern. Marc musste im Ersten Weltkrieg einrücken und ist nach anfänglicher Begeisterung schließlich als Kriegsgegner 1916 in Verdun gefallen. Seitdem gilt die Komposition als Erlösungsvision des Künstlers. Das ist das Gegenteil zu Pablo Picassos zentralem Pferd in der monumentalen Komposition "Guernica" von 1936, das mit schmerzhaft geöffnetem Maul, tödlich verletzt, in einem Keller unter einer Glühbirne neben durch Bomben der Legion Condor getroffenen sterbenden Menschen und einem Stier als Symboltier der Spanier zusammenbricht; und doch sind beide Werke Manifestationen gegen Krieg, Diktatur und Gewalt. So ist das Pferd vom kriegerischen Symbol zu einem pazifistischen gewandelt worden.

Es taucht dann nach demZweiten Weltkrieg, wie zuvor im 19. Jahrhundert in Biedermeier und Realismus, wieder in Alltagsporträts auf, so schlicht und ergreifend als einfaches Fuhrwerk am Salzburger Bahnhof im Jahr 1946, in Wasserfarbe, ausgeführt vom späteren Professor für Kunstgeschichte in Wien, Günther Heinz. Dessen Lieblingspferd war der Kentaur Chiron, der Achill unterrichtet, mit Pfeil und Bogen zu schießen. Er wurde inspiriert durch ein Bild des Barockkünstlers Giuseppe Maria Crespi aus Bologna, das nach antikem Freskenvorbild für die Ausstattung des Schlafzimmers des Prinzen Eugen im Unteren Belvedere entstanden ist und heute im Kunsthistorischen Museum hängt. Heinz entdeckte dazu, dass die düstere Komposition auf den in Rom malenden Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio, zurückweist, der das Thema des vom Pferd stürzenden Saulus zweimal ausführte. Auch die Bekehrung des früheren Christenverfolgers zum Paulus ist ohne Pferd undenkbar.

Postmoderne Künstler wie Georg Baselitz übernehmen Pferdemotive aus Wildwestfilmen, das Heldentum der Reiter in Schwarz und Weiß schwindet in postkolonialer Kritik am Mord der Ureinwohner Amerikas. In der Ära der performativen Kunst griff Joseph Beuys 1969, anlässlich der "experimenta 3", zurück auf das Sonnenpferd der Kelten in seiner Aktion "Titus Andronicus/Iphigenie auf Tauris", mit Klaus Peymann im Theater am Turm in Frankfurt. Der Schimmel begleitete ihn bei seinen teils musikalischen Tonritualen auf die Bühne, sein Hufschlag löste das Schlagen des bronzenen Beckens und Mikrophongeräusche ab. Er steht auch für den Seelengeleiter des neuen Künstlerschamanen mit Hut (statt Schamanenkrone), der sein nicht logisch erfassbares Ritual zur Lesung Peymanns aus den Goethe- und Shakespearestücken vollzog. Auch Jannis Kounellis und Marina Abramović nützten für Aktionen Pferde, der Arte-povera-Künstler ist 1969 in eine Galerie in Rom eingeritten und stellte Pferde statt Kunst aus. Abramović erinnerte mit dem Foto "The Hero" 2001 an ihren Vater, der als Partisane im Widerstand gegen den Faschismus verschwand, indem sie sich als Reiterin mit weißer Fahne auf einem Schimmel inszenierte. In der Kunst nach dem "performative turn" fanden Reiterin oder Reiter und Pferd also für neue Denkmäler in anderen Medien wieder zusammen.





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Dokument erstellt am 2018-04-19 13:45:12
Letzte Änderung am 2018-04-19 13:55:29


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