• vom 20.05.2018, 08:00 Uhr

Kunst


Ausstellung

Schwimmende Städte




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Von Hans Haider

  • Das Victoria & Albert Museum in London zeigt "Ocean Liners: Speed and Style".





Fotos der "Bremen", "Queen Elizabeth" oder "France" vor der Skyline Manhattans, noch ohne World Trade Center. Deborah Kerr und Cary Grant auf der "Constitution" in "Die große Liebe meines Lebens". "Nearer My Good To Thee" als Violinsolo im jüngsten "Titanic"-Film. Stefan Zweig erzählt die "Schachnovelle" auf einem Liniendampfer.

Als Symbole der technischen Moderne und Prestige-Mehrer ihrer Eigner hinterließen die Transatlantik-Liner Nachbilder von Glamour und Luxus - und nur selten Gegenbilder, wie die Billigfahrer auf Alfred Stieglitz’ Fotokunstikone "Steerage" von 1907. Dass diese Leitfossilien der Zivilisations- und Technikmoderne mit 50.000 BRT und mehr noch heute interessieren, beweisen die Publikumsschlangen im Victoria & Albert Museum in London vor der Ausstellung "Ocean Liners: Speed and Style".

Information

Ausstellung

Ocean Liners: Speed and Style

Victoria & Albert Museum London Bis 17. Juni

Stilvolle Verlockungen

Die regelmäßige Dampfschifffahrt über den Atlantik begann 1840 mit einer "Britannia" auf der Linie Liverpool-Boston. Jules Verne, nicht nur in seiner Fantasie ein Weitgereister, fand 1871 im Romantitel "Une ville flottante" das richtige Wort für die monströsen Stahlgebilde mit drei, ja vier Schornsteinen. An den Ost- und Westküsten des Atlantiks maß sich gründerzeitliche Ungeduld im Wettkampf um technische Neuerungen sowie um stilvolle Verlockungen für betuchte Passagiere. Konkurrenz auch im Unterhaltungsangebot - von Modeschauen und Starkonzerten bis zu Boxkämpfen auf dem Oberdeck. Das Cunard-Gebäude 1921 am Broadway: ein Palazzo Prozzo mit 22 Stockwerken. Moderne Linien dagegen in den Passagierstationen in den Häfen.

Eine "Schwimmende Stadt" nach der anderen verschwand, als in den 1960er Jahren die Luftfahrt für genügend Nonstop-Flüge zwischen Europa und den USA gerüstet war. Heutige Kreuzfahrtschiffe sind weit größer, doch keine Schnellverkehrsmittel.

Das "Blaue Band" für die schnellste Atlantikpassage gewannen die deutschen Schiffe "Deutschland", "Kronprinz Wilhelm", "Kaiser Wilhelm II.", "Bremen" (als Modell zu sehen) und "Europa", die britische "Lusitania" (vollbesetzt von der deutschen Kriegsmarine 1915 versenkt), "Mauretania" und "Queen Mary" sowie die "Rex" aus Genua und die "Normandie" aus Le Havre; als letzte 1952 die "United States": 3 Tage, 10 Stunden, 40 Minuten von New York nach Southampton! Heute verrostet sie in Philadelphia. "Queen Elizabeth" ist verschrottet, das Schwesterschiff "Queen Mary" liegt als Hotel vertäut in Long Beach neben Los Angeles.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-05-18 16:24:53
Letzte Änderung am 2018-05-18 16:46:05



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