• vom 12.06.2018, 16:43 Uhr

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One, one, one - also three? Nein, eigentlich "one on one". Von Georg Salner. Wie das intime Gespräch.

One, one, one - also three? Nein, eigentlich "one on one". Von Georg Salner. Wie das intime Gespräch.© Bildrecht, Courtesy: Suppan Fine Arts One, one, one - also three? Nein, eigentlich "one on one". Von Georg Salner. Wie das intime Gespräch.© Bildrecht, Courtesy: Suppan Fine Arts

Die Kakerlaken bitte

nicht streicheln!


(cai) Klingt wie eine faule Ausrede. Wie "Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen". Nur dass es diesmal die Wahrheit ist. Eine Kuh hat also die Tastatur verspeist.

Nein, nicht meine, sonst könnte ich das da jetzt doch gar nicht tippen, oder? Und eh nicht die ganze. Außerdem ist meine Wohnung absolut wiederkäuerfrei. Der Johannes Domenig lebt allerdings naturnah am Land. Im Mostviertel. Okay, er hat die Kuh, die eigentlich ein Stier ist, selber damit gefüttert. Auf seine Weise. Und er ist halt ein Künstler. Der kurzerhand ein paar Tasten in ein abgezogenes Stierfell hineingedrückt hat. Die Ausstellung (Galerie Frey) heißt trotzdem "Nature meets human" und nicht "Nature eats human". Ja, auch Domenigs Bilder sind viereckig, die Technik ist aber garantiert nie Öl auf Leinwand. Sondern Glasscherben in Kunststoff, Blattsilber auf Rinde . . . Letzteres gibt’s auch als reine Naturikone, als Rinde pur. Pittoresk zerfurcht wie das Gesicht von Rembrandts Mutter. Einmal verschluckt der Goldgrund 16 Kakerlaken in strenger Formation. Veredelt das Ungeziefer.

Lauter Andachtsbilder. Jedenfalls steht man andächtig davor, vor diesen kontrastreichen Paarungen (natürlich - künstlich, weich - hart . . .), die die Sinnlichkeit des Materials voll auskosten. Manche sind kuscheliger, andere abweisender, und alle muss man einfach angreifen. Ein Bildobjekt sticht einem förmlich ins Auge. Wenn man’s ganz aus der Nähe betrachtet. Ansonsten pikst es einen bloß in den Finger. Mit spitzen, versilberten Dornen. Unglaublich, diese Präzision. Der Faszination, die von den fast erotischen Steinintarsien ausgeht, kann man sich sowieso nicht entziehen. In perfekt glattem Plastik öffnen sich kleine, glitzernde Höhlen, sogenannte Drusen. Abstrakte Kunst? Vielleicht. Aber mit sehr realistischen Zutaten.

Galerie Frey

(Gluckgasse 3)

Johannes Domenig, bis 13. Juli

Mo. - Fr.: 11 - 18.30 Uhr

Sa.: 10 - 16 Uhr

Digital ist auch

nur analog

(cai) Was kriegt ein Künstler zum 60er? Na ja, eine Ausstellung. Die Bilder (Suppan Fine Arts) hat sich der Georg Salner aber eh allesamt selber malen müssen. Es schaut nämlich bloß so aus, als wären die drei Werkgruppen von drei Urhebern. (Von mindestens drei.)

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Dokument erstellt am 2018-06-12 16:49:24


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