"Ich mach am liebsten Gruppenausstellungen mit mir selber." Ein multipler Künstler eben, der auf diversen Flächen sein kleines Multiversum erschafft, in dem die Geometrie herumschwirrt, Typografisches, die Mathematik und manch vertrautes Zeichen ("der Klammeraffe ist ,das‘ Sujet unserer Zeit"). Mitunter hat die Fläche sogar Beine, ist sie ein Tisch, auf dem der in Wien lebende Tiroler die trashige Warenwelt zur pittoresken Stadtlandschaft verdichtet, zu einem barocken Staubfänger.

Wie er malt, so können andere bestenfalls lügen: wie gedruckt. Plakativ präzise: "typo.log 36 EXP", eine Serie im Nostalgiedesign. Die klaren Flächen klären dennoch nicht alles auf, bleiben rätselhaft. Schlichte Ordnungssysteme, hinter denen sich komplexe, hinterfotzige Gedankengänge herumdrücken. In einer komplett wegzensurierten Liste (nur Balken) taucht plötzlich "das" Datum auf: 9/11. ("Ich war im hintersten Burma, während das passiert ist.") Diese Kunst ist halt alles andre als weltfremd. Stammt nämlich von einem, der im Internet surft und trotzdem noch in Zeitschriften blättert. Weil das Leben digital und analog ist. Der herumreist und dann wieder einen Monat auf einer Fläche verbringt. Auf einem abgerundeten Holzbrett zum Beispiel. Die "PIC.INDIVIDUAL"-Tafelbilder, wo er Ausflüge in verspieltere Gefilde unternimmt (witzige Kreaturen à la Miró, suggestive Formen), die wären, sagt er, "auch praktische Tischplatten, weil man sich die Hüften nicht so leicht anschlägt". Humor hat er also ebenfalls. Und ein Faible für Zahlen. (Und Zufälle.)

Wieso eigentlich 179 Gouachen und nicht 180? Weil beim letzten Zeichenblock ein Blatt gefehlt hat. He, in der Ausstellung, die in ihrer Vielfalt sehr stimmig ist (auch dank der Farbharmonie), hängen 29 Bilder und sie dauert genau 29 Tage. Schöner Zufall. Oder Absicht?

Suppan Fine Arts

(Habsburgergasse 5)

"individual codes", bis 21. Juni

Di. - Fr.: 11 - 18 Uhr

Sa.: 11 - 14 Uhr