• vom 03.07.2018, 16:33 Uhr

Kunst


Galerien

Kunst




  • Artikel
  • Lesenswert (20)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Galerien

Leck mich! Sehr intimes "Joint Venture" (Titel) von Malte Bruns.

Leck mich! Sehr intimes "Joint Venture" (Titel) von Malte Bruns.© Galerie Lisa Kandlhofer und Malte Bruns Leck mich! Sehr intimes "Joint Venture" (Titel) von Malte Bruns.© Galerie Lisa Kandlhofer und Malte Bruns

Das ist bestimmt

nicht poko


(cai) Vergebt ihm, Väter, aber vor allem Mütter, Töchter, Schwestern, Tanten et cetera, denn er hat schon wieder gesündigt, der Martin Praska. Und ziemlich voyeuristisches Zeugs gemalt. Und dabei die Leinwand mit seinem sabbernden Pinsel geradezu sexuell belästigt. Und das nach Metoo! (Pfui gack!)

Oder vergebt ihm nicht. Schließlich bereut er seine Taten nicht einmal. Wieso auch? Die Bilder sind ihm doch ausgesprochen gut gelungen. Außerdem hat ihn "die Religion der politischen Korrektheit" dazu provoziert. Die Prüderie 2.0. Unter dem koketten Titel "Comeback der Sünde" (Galerie Gans) schert sich der eingewienerte Deutsche einen feuchten Traum, Tschuldigung: Dreck, nein, eh Traum, darum, "ob es überhaupt sein darf, dass man der weiblichen Schönheit huldigt - so mir nix, dir nix". Das Punkterl auf einem Schenkel: der ominöse G-Punkt? Falsch. Ein Muttermal! In seinem lustvollen Ich-scheiß-mich-nix-Stilmix feiern sinnlichster Realismus, Pop und Abstraktes wilde Orgien. Auch die Nackerten der Alten Meister sind eingeladen, die im Museum jetzt ständig in Gefahr sind, abgehängt zu werden.

Der Praska - ein feministischer Macho? "Die Susan Sontag hat gesagt: ,Wir brauchen mehr Erotik in der Kunst und keine Hermeneutik.‘ Und daran hab ich mich strikt gehalten." Ich versuch‘s trotzdem mit der Hermeneutik. Stehpinkler schifft Frau vor die Füße. Also, poko (politisch korrekt) ist diese Männerfantasie nicht. Oder hilft er bloß "im Haushalt mit"? Damit die Quellnymphe da (eine vom Ingres) den Teich nicht ganz allein bewässern muss? "Du kannst es gern als Kritik am Patriarchat deuten. Das kommt immer gut." Mach ich.

Ach ja: Robert Streibels Lyrikband "Pilgers Paradies und Hölle" hat er auch illustriert. Kennen Sie den? Serviert ein Araber in einem Café in Jerusalem einen Apfelstrudel. Sappy End. (Sappy: saftig, markig.)

Galerie Gans

(Kirchberggasse 4)

Martin Praska, bis 7. Juli

Di. - Fr.: 12 - 18, Sa.: 12 - 15 Uhr

Frankensteins

Zwanzigfingerdarm

(cai) Endlich wieder einmal etwas, das Hand und Fuß hat. Okay, manchmal hat es nur Hand oder nur Fuß. Dafür gibt’s unter diesen bizarren futuristischen Dingern welche, die haben Knie. Oder Bauch. (Und der rotiert sogar.)

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-03 16:40:59


Bildende Kunst

Karin Schäfer

Geboren 1963 in Mödling, aufgewachsen in Wien, Studium mit Schwerpunkt Figurentheater am Institut del Teatre in Barcelona; Sieben Jahre Mitarbeit bei... weiter




Fotografie

Rainer Friedl

Geboren 1956 in Tulln, Matura, Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien; freier Journalist und Pressefotograf, Öffentlichkeitsarbeit in der Politik... weiter




Bildende Kunst

Evelyn Loschy

Geboren 1980 in Graz; 2006-2013 Studium von "Transmedialer Kunst" bei Brigitte Kowanz an der Universität für angewandte Kunst in Wien... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Frauen, die Baby heißen
  2. Die Frischzellenkur aus der Arena
  3. Rockstar, Politiker, Dämon
  4. Erich Kleinschuster gestorben
  5. Unruhe
Meistkommentiert
  1. Friedenspfeifen und Widerständchen
  2. Schlagende Verbindung
  3. Trio in Rage


Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt.

Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta. Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959.

Sean Godwells Entwurf einer Kapelle erinnert beim ersten Auftritt des Vatikans auf der Architekturbiennale in Venedig auf den ersten Blick an einen aufklappbaren Würstelstand. Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.


Werbung