• vom 24.07.2018, 15:17 Uhr

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Update: 24.07.2018, 17:31 Uhr

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Diese Würfel sind ja gar nicht echt. Tonneke Sengers hat sie bloß gemalt. Auf Alu.

Diese Würfel sind ja gar nicht echt. Tonneke Sengers hat sie bloß gemalt. Auf Alu.© zs art galerie Diese Würfel sind ja gar nicht echt. Tonneke Sengers hat sie bloß gemalt. Auf Alu.© zs art galerie

Fehlt eigentlich nur das Neongrau

(cai) Ein bissl kann man sich in der Galerie Thoman ja derzeit fühlen wie die Dorothy in "Der Zauberer von Oz". Mir ist’s jedenfalls genauso ergangen wie der Judy Garland in diesem Musicalfilm. Nur dass die böse Hexe des Westens nicht hinter mir hergewesen ist und versucht hat, mir die Schuhe auszuziehen. Und mit dem Unterschied, dass ich von "Kansas" nach "Oz" nicht geflogen bin (mit einem Wirbelsturm).

Zuerst ist also noch alles Grau in Grau (die Szenen in Kansas sind ja bekanntlich in Schwarzweiß gedreht worden) und auf einmal ist die Welt in Farbe. "Grau und farbig" heißt die Ausstellung vom Michael Kienzer, der sich auf die schlichte Geste versteht, der weiß, wie man vorgefertigte Teile und überhaupt Werkstoffe aus der Bau- und sonstigen Industrie markant kombiniert. Und die Schau beginnt eben unbunt. Da verdichtet Kienzer Gitter zu einem kompakten "Metal Poem". "Dichten" reimt sich halt nicht zufällig auf "Schichten". Oder er parkt eine Bremsscheibe präzise zwischen Alu-Stangen ein, lässt jegliche kinetische Energie zur Ruhe kommen. Das mysteriöse sperrige Trumm daneben, eine Art Treppe, hält sowieso still. (Andererseits steigt hier ein luft-, licht- und blickdurchlässiges Metallgitter Stufe für Stufe auf erdenschwerem Beton empor.) Und dann wird’s märchenhaft bunt. Wie in Oz. Überall stehen riesige "Zettel" herum. Zu zweit, zu dritt. Haben die tollsten Farben. Eine Installation voller Leichtigkeit. Wieso fallen die Dinger eigentlich nicht um? Magie? Nein, Magneten. Die (und so Stangerln) halten die "Flyer" in ihrem prekären Gleichgewicht. Die Blätter tun ja bloß so, als wären sie aus festerem Papier, das bereits etwas abgegriffen ist. In Wahrheit sind das lauter lackierte Bleche. (Verdammt gute Schauspieler.)

Galerie Elisabeth & Klaus Thoman
(Seilerstätte 7)
Michael Kienzer, bis 8. September
Di. - Fr.: 11 - 17, Sa.: 11 - 16 Uhr
Im August: Di.: 10 - 14 Uhr

Die Fläche würfelt nicht

(cai) Die Fläche würfelt nicht? Na ja, "die" Fläche (Singular) vielleicht nicht. Mit sechs Flächen allerdings (quadratischen) schaut das Ganze schon wieder anders aus. Nämlich unter Umständen wie ein Würfel. Außen ist er also eh flach, der Würfel. Ach, und wo ist er dann in 3D? Innen? Aber eigentlich ist die Sache mit dem Raum noch viel komplizierter.

Raum, das ist bekanntlich das mit den drei Dimensionen und den vier Wänden rundherum. Oder ohne Wände. Der Weltraum, der liegt ja zum Beispiel im Freien. "Das Werk als Raum im Raum": In den endlichen Weiten der zs art galerie ist die Kunst jetzt deutlich raumbezogen. Objekte, die mit ihrer Umgebung in einen spannenden Dialog treten. Manche tun das ziemlich direkt, legen sich einem als Stolperfalle vor die Füße, andre gehen ein bissl subtiler vor. Die delikaten "Farb-Licht-Modulierungen" von Sigurd Rompza: Da ist plötzlich keine Farbe mehr eindeutig. Kanten und Schatten führen das Auge quasi hinters Licht. Und gewürfelt wird auch. Tonneke Sengers lässt die Kuben tanzen. Dabei sind die nicht einmal echt. Nur gemalt. Acryl auf . . . Fläche. Eine Illusionskünstlerin eben. Und der Gerhard Frömel ist sowieso ein Meister der (minimalistischen) 3D-Effekte. Lackiert ein paar Aluplatten und der Betrachter erledigt den Rest. Nein, der muss die (gekippten und verzerrten) Einzelteile nicht mit dem Inbusschlüssel zur perfekten Raumillusion zusammenschrauben. Lediglich den idealen Blickwinkel finden. Roland Goeschls Technik: Farbe auf Holz. Wie bei der Mona Lisa. Nur dass die halt flach ist wie ein Schneidbrettl. Und keinen geilen Farbwechsler eingebaut hat. Okay, damit sich die aufgetürmten "Bauklötze" umfärben (Quader: längliche Würfel), muss man drum herumgehen. Überrascht ist man deshalb freilich nicht weniger.

Und Mathias Hornungs "Schwarzer Acker"? Ist theoretisch sogar fruchtbar. Denn würde man diese gründlich "gepflügte", von Linien zerfurchte Holztafel mit Druckerschwärze "düngen", bekäme man sicher jede Menge Holzschnitte raus. Wie aus den übrigen beeindruckend dichten Holzreliefs, die genauso gut Druckstöcke sein könnten. Tja, nicht bloß die Zeit ist relativ. Der Raum auch. Und wie.

zs art galerie
(Westbahnstraße 27 - 29)
"Das Werk als Raum im Raum"
(acht Positionen), bis 24. August
Mo. - Fr.: 11 - 18.30 Uhr





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-24 16:26:10
Letzte Änderung am 2018-07-24 17:31:40


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