• vom 02.08.2018, 16:53 Uhr

Kunst

Update: 02.08.2018, 17:11 Uhr

Salzburg

Festspielzeit im Museum




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Von Christof Habres

  • Abseits vom hohen C und dramatischen Monologen: die Ausstellungen in der Festspielstadt Salzburg.



Marisa Merz ist mit Arbeiten wie "Living Sculpture" die einzige weibliche Arte-povera-Künstlerin.

Marisa Merz ist mit Arbeiten wie "Living Sculpture" die einzige weibliche Arte-povera-Künstlerin.© Rainer Iglar Marisa Merz ist mit Arbeiten wie "Living Sculpture" die einzige weibliche Arte-povera-Künstlerin.© Rainer Iglar

Salzburg. Die ersten Premieren auf Oper- wie Theaterbühnen der Salzburger Festspiele mit "Zauberflöte", "Salome", "Jedermann" oder "Penthesilea" sind geschlagen und es ist etwas Ruhe ins hektische Hochkulturtreiben eingekehrt. Die ideale Zeit, um sich in der Festspielstadt der bildenden Kunst zu widmen. Ein durchwegs lohnendes Unterfangen, wie ein Rundblick in die Museen und Galerien der Stadt beweist.

Die museale Vorzeigeinstitution der Stadt, das Museum der Moderne am Mönchsberg gemeinsam mit dem Rupertinum in der Altstadt, präsentiert sehenswerte und packende Ausstellungen. Die Ausstellungsserie des Museums beginnt im Rupertinum mit dem erstmaligen Auftreten der ägyptisch-armenischen Künstlerin Anna Boghiguian in Österreich. Die Werkschau der 1946 in Kairo geborene Künstlerin umfasst zahlreiche Schlüsselarbeiten, eine außerordentliche, temporäre Installation, die sie eigens für das Museum geschaffen hat, und führt bis zum Nachbau ihres Ateliers im Dachgeschoß.

Information

Museum der Moderne / Rupertinum

Anna Boghiguian (bis 11. November 2018)

Marisa Merz - Il cielo è un grande spazio ( bis 4. November)

30 Jahre Generali Foundation (bis
7. Oktober)

Resonanz von Exil (bis 28. Oktober)

Galerie Thaddaeus Ropac

Elizabeth Peyton: Eventyr

(bis 25. August)

Galerie Mario Mauroner

Black Mirror

(bis 1. September)

Späte Entdeckungen

Boghiguians erzählerisch-einprägsame Arbeiten kreisen um die Themata Kolonialismus, Ausbeutung, Migration und Unterdrückung in einer globalisierten Gesellschaft. Mit den verwendeten Medien Collage, Zeichnungen, Künstlerbücher und Installationen entwirft sie ein überaus ergreifendes Pandämonium politischer, gesellschaftlicher und sozialer (Miss-)Entwicklungen vergangener Jahrhunderte bis ins Heute. Mit ihrer Installation "The Salt Traders" zeichnet sie markant und schlüssig die Auswirkungen antiker Handelswege bis in die Gegenwart nach. Eine - späte -Entdeckung.

Im Museum am Mönchsberg ist es die Schau "Il cielo è un grande spazio" von Marisa Merz, die auf gesteigertes Interesse beim Publikum stößt. Die 1926 in Turin geborene Merz ist die einzige weibliche Vertreterin der "Arte Povera". Seit den 1960er Jahren hat Merz als Frau und Künstlerin eine originäre Formensprache - Malerei, Skulpturen und Gedichte - entwickelt. Bei der Ausstellung im Museum der Moderne stechen neben ihren Skulpturen, wie "Fontana" (2015) oder "Living Sculpture" (1966), ihre Gedichte, die an den Wänden ihre Werkgruppen begleiten. Eine wichtige wie fordernde Präsentation einer Künstlerin, der erst spät internationale Anerkennung (etwa der "Goldene Löwe" der Biennale in Venedig 2013) zuteil wurde.

Des Weiteren sollte der Besucher im Museum der Moderne die Ausstellungen zu "30 Jahre Generali Foundation" und "Resonanz von Exil" keinesfalls versäumen. Die Zusammenstellung der Sammlung der Generali Versicherung - mit maßgebenden Arbeiten von Günter Brus, Valie Export, Renée Green, Heimo Zobernig oder Renate Bertlmann, zeigt einmal mehr, wie mit einem stringenten Konzept eine der wesentlichen Sammlungen des Landes entstehen kann.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-02 17:02:22
Letzte Änderung am 2018-08-02 17:11:04


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