• vom 21.08.2018, 17:04 Uhr

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Eins werden mit der Kohle: Aus einem Performance-Video, in dem Lala Nomada stillhält wie auf einem Foto. In Frieden ruht. - © Lala Nomada

Eins werden mit der Kohle: Aus einem Performance-Video, in dem Lala Nomada stillhält wie auf einem Foto. In Frieden ruht. © Lala Nomada

Die Dinger aus

einer anderen Welt


(cai) Was die da tun, das reimt sich sogar. Sie wandern, sie wandern. Von einem Ort zum andern. Und nirgends ein Auto. Führerschein braucht man also offenbar keinen. In diesem Universum der Fußgänger. Nicht einmal einen Daumen. Hier reist man doch sowieso nicht per Anhalter, sondern per pedes durch die Galaxis. Eine regelrechte Völkerwanderung.

Wege und Welten. (He, das reimt sich ja ebenfalls. Halt am anderen Ende. Vorne.) Daraus hat sich der Gunter Damisch (1958 - 2016) seinen eigenen Kosmos erschaffen, in dem es eindeutig mehr Leben gibt als in unserem. Nämlich überall. Und in dem er seine "Flämmler" und "Steher" angesiedelt hat. Schemenhafte Wesen. "Wege und Welten", so heißt auch eine der Mappen, deren Blätter, neben Unikatdrucken, die Wände der Galerie Hilger bevölkern und die zeigen, was für ein hervorragender Grafiker der "Neue Wilde" gewesen ist, der schließlich nicht nur mit dem Pinsel auf der Leinwand unterwegs war. Alle Stückln spielen diese nuancenreichen Lithographien, Radierungen und Holzschnitte aus einem Vierteljahrhundert. Mehr Stückln noch als die Ölbilder. Alle Stückln eben. Malerische Gesten, rasante Linien, dramatische Verdichtungen. Die "Silverdinger": echt scharf. (Die Kontraste. Silber und Schwarz.) Und dann wieder schieben sich duftige Farbflächen delikat übereinander. Der Druckstock muss sich auch nicht verstecken. Der ginge locker als Tafelbild durch.

Natürlich könnten die bewohnten Planeten genauso gut Einzeller sein. Weil man ja immer gleichzeitig durchs Tele- und durchs Mikroskop blickt. Na ja, wozu hat man denn zwei Augen? Mit denen kann man außerdem den imposanten Titeln förmlich beim Wachsen zuschauen. "Horizontweltkonstruktort" - darauf reimt sich: "Das ist ein ziemlich langes Wort."

Galerie Ernst Hilger

(Dorotheergasse 5)

Gunter Damisch, bis 7. September

Di. - Fr.: 11 - 18, Sa.: 11 - 16 Uhr

Being or Not Being

Marko Marković

(cai) "Who is Marko Marković?" Aber das wird doch wohl rauszufinden sein. Googelt man ihn halt. (Wer will das überhaupt wissen? - Na ja, so heißt die Ausstellung.)

Also. Marko Marković "ist ein 23-jähriger Fußballspieler aus Serbien", "ein 25-jähriger Fußballspieler aus Kroatien", "ein serbischer Trompeter und Flügelhornist", und eigentlich ist er ein völlig anderer, der er auch nicht ist. In der Galerie Michaela Stock legt er jetzt quasi ein umfassendes Geständnis ab. Dokumentiert seine Tat. Dass er einen Marković geklaut hat. Nein, kein Werk von diesem Marković. Ihn selbst! Oder hat er ihn gefälscht? Jedenfalls ist der kroatische Konzept- und Performancekünstler Marko M. zur Moskauer Biennale eingeladen worden, weil die Kuratorin eben gedacht hat, er wäre der Bildhauer aus Serbien. Und als dieser hat er sich dann einfach ausgegeben. Und wo hat er eine Skulptur hergekriegt? Die war er sozusagen selber. Eine lebende. Kunst oder Chuzpe? Klingt witzig, die Idee einer "performativen Autorschaft". Bis man an den armen "echten" MM denkt, der nun vielleicht nie nach Moskau kommen wird, weil er schließlich bereits dort war.

Das Verwirrspiel treibt der "falsche" MM, der irgendwann aufgeflogen ist, in Wien munter weiter. Mischt Fotos von sich und "ihm". Müssen die Künstler in Zukunft alle ein Echtheitszertifikat vorweisen, dass es sich bei ihnen eh um das Original handelt (und nicht um Marko Marković aus Kroatien)? Das da im Laborgefäß ist übrigens seine eigene DNA. Neben der einer Banane. Hm. Wenn er die Identität von dieser Banane gestohlen hätte, wäre ich jetzt schwer beeindruckt. Wie ich es von Lala Nomada längst bin, die nebenan heftige Kampfspuren hinterlassen hat. Von ihrer Auseinandersetzung mit einem Haufen Kohle, in den sie sich hineingewühlt hat. Oder einen Fingerabdruck (als intime "Druckgrafik"). Mit minimalen Mitteln und maximalem Körpereinsatz erzeugt die Mexikanerin, in deren Heimat immer wieder Menschen verschwinden, intensive, starke Bilder. Was von einem übrig bleibt.

Galerie Michaela Stock

(Schleifmühlgasse 18)

"Who is Marko Marković?" und Lala Nomada, bis 1. September

Mi. - Fr.: 12 - 18, Sa.: 11 - 15 Uhr




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Dokument erstellt am 2018-08-21 17:14:42


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Geboren 1981 in Hainburg an der Donau; 2001-2006: Universität für angewandte Kunst Wien, Klasse Adolf Frohner; Diplom 2006 bei Prof... weiter




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1970 geboren in Tirol, 1995 Studium an der Universität Mozar-teum Salzburg, Klasse für Graphik und visuelle Medien, 2001 Diplom; zahlreiche Preise... weiter




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