• vom 29.08.2018, 14:14 Uhr

Kunst

Update: 29.08.2018, 14:18 Uhr

Ars Electronica

Medienkunstfestival zeigt Unvollkommenheit auf




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Von WZ Online, APA

  • "Error - The Art of Imperfection" läuft von 6. bis 10. September mit über 500 Programmpunkten.

Der Umfang des Programmes der fünf Tage ist überbordend, 1.000 Künstler nehmen daran teil, 100.000 Quadratmeter werden allein in der PostCity, dem ehemaligen Postverteilzentrum am Hauptbahnhof, bespielt. - © APAweb, Barbara Gindl

Der Umfang des Programmes der fünf Tage ist überbordend, 1.000 Künstler nehmen daran teil, 100.000 Quadratmeter werden allein in der PostCity, dem ehemaligen Postverteilzentrum am Hauptbahnhof, bespielt. © APAweb, Barbara Gindl

Linz. Das Ars Electronica Festival 2018 "Error - The Art of Imperfection" hat Irrtümer, Fehler und die Konsequenzen daraus - im positiven wie negativen Sinne - zum Thema gewählt. Von 6. bis 10. September gibt es dazu in Linz Konferenzen, Ausstellungen, Performances, Konzerte und andere Veranstaltungen, insgesamt über 500 Programmpunkte, in der PostCity am Hauptbahnhof und weiteren Orten in der Stadt.

"Mit dem Irrtum beschäftigen sich Philosophen seit der Antike", schickte Ars-Electronica-Direktorin Christine Schöpf voraus. "Die aktuelle Situation zeigt, dass im digitalen Zeitalter einige Dinge schiefgelaufen sind, die Menschen fürchten um ihre Daten und ihr Privatleben, Fake News lassen einem die Haare zu Berge stehen", erklärte sie, warum das Medienkunstfestival sich des Themas annimmt. In der Unvollkommenheit liege auch ungeheueres Potenzial, Risikobereitschaft und Fehlerkultur seien wichtig für die Zukunft und es gelte, die soziale Intelligenz einer künstlichen entgegenzusetzen, umriss sie das Szenario.

Information

Programm und Details der Ars Electronica finden Sie hier.

Fünf Tage volles Programm

Der Umfang des Programmes der fünf Tage ist überbordend, 1.000 Künstler nehmen daran teil, 100.000 Quadratmeter werden allein in der PostCity, dem ehemaligen Postverteilzentrum am Hauptbahnhof, bespielt. Das Veranstalterteam um den künstlerischen Direktor Gerfried Stocker, Festivalleiter Martin Honzik und Futurelab-Chef Horst Hörtner bemühte sich in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Linz einen Überblick zu geben. Neu ist 2018 neben der virtuellen Adresse ars.electronica.art auf der Kunst-Domain .art die Emergency Error Battle am Samstag, eine Art Feuerwehrwettbewerb für die Zukunft, bei dem ein Kabelbrand unter dem Dach der Rutschenhalle in der PostCity simuliert wird, "Himatsubushi", ein Parcours bis aufs Dach, um nach japanischem Vorbild freie Zeit zu verbringen, und eine Kooperation mit der Wirtschaftskammer "get inspired", die kleinere Unternehmen ansprechen soll und persönliches Highlight der Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) ist, wie sie mitteilte.

Stocker betonte, dass mit dem umfangreichen Vermittlungsprogramm "We guide you" die breite Bevölkerung angesprochen wird, aber "das Festival ist nach wie vor, was Hannes Leopoldseder und seine Gefährten vor 40 Jahren gegründet haben: Ein sehr intellektuelles Kulturfest, das versucht, die Dinge weiterzudenken". Das passiert in den Konferenzen mit künstlerischem und wissenschaftlichem Zugang: Eine Konferenz ist dem Thema Space Art gewidmet und steht in dem Spannungsfeld der Fehler, die in der Forschung passieren, die aber in der Anwendung im Weltraum tödlich wären. Der Beziehung von Medienkunst und Kunstmarkt sind vier Panels gewidmet, im Untergeschoß der PostCity befinden sich wieder die Gallery Spaces mit Vertretern der digitalen Kunst. Das Expanded Animation Festival, der Future Innovators Summit, die ZusammenHelfenKonferenz, das Symposion "Perspektive politische Bildung", das Open Futurelab sind weitere Programmpunkte, die die inhaltliche Breite und den Netzwerkgedanken des Festivals deutlich machen.

Zwei Themenblöcke

Die Themenausstellung teilt sich heuer in zwei Blöcke: "Error in Progress" zeigt im Bunker im Keller der PostCity den künstlerischen Aspekt, "Error, Fake & Failure" bespielt das - gratis zu besuchende - erste Obergeschoß mit eher wissenschaftlichen Projekten - passend zur Starts-Ausstellung im Dreieck Kunst, Technik und Wissenschaft daneben. Ebenfalls auf dieser Ebene findet das Jugendfestival "U19 - Create Your World" Platz, das mit 88 Projekten zum Ausprobieren und Ideen machen einlädt.

Musik bestimmt das Geschehen in der Gleishalle im Souterrain, gleich beim Opening am Donnerstag, bei dem Protagonisten des Festivals ihre Installationen zum Instrument machen, bei der Nightline am Freitag und in der Großen Konzertnacht am Sonntag, die auch Teil des zeitgleich stattfindenden Brucknerfestes ist. Die Bruckneruniversität ist ebenfalls Teil des Musikprogrammes am Sonic Saturday und Music Monday.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-29 14:16:46
Letzte Änderung am 2018-08-29 14:18:08


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