• vom 05.09.2018, 15:28 Uhr

Kunst

Update: 05.09.2018, 15:30 Uhr

Ars Electronica

Kunstuni-Ausstellung lädt Batterien wieder auf




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Von WZ Online, APA

  • Interface-Cultures-Ausstellung in der PostCity kritisiert Reizüberflutung und Social-Media-Wahn.

Eine junge Generation an Medienkünstlern stehe Sozialen Medien kritisch gegenüber, wolle mit der eigenen Energie und der Umwelt besser umgehen.

Eine junge Generation an Medienkünstlern stehe Sozialen Medien kritisch gegenüber, wolle mit der eigenen Energie und der Umwelt besser umgehen.© APAweb, Ulrike Innthaler Eine junge Generation an Medienkünstlern stehe Sozialen Medien kritisch gegenüber, wolle mit der eigenen Energie und der Umwelt besser umgehen.© APAweb, Ulrike Innthaler

Linz. "Please Recharge" - "bitte aufladen" ist der Titel des diesjährigen Beitrags des Interface-Cultures-Studiums der Kunstuniversität Linz zum Ars Electronica-Festival "Error - the Art of Imperfection". Reizüberflutung und Überforderung mit der Medienwelt sind die Themen, die in den über 20 Positionen der Ausstellung behandelt werden - manche sind gänzlich analog, andere interaktiv.

Die Ausstellung der Kunstuni sei ein großes Licht des gesamten Campus-Programms, das heuer 23 teilnehmende internationale Universitäten umfasse, sagte Festivaldirektor Gerfried Stocker bei einem Presserundgang am Mittwoch. Rektor Reinhard Kannonier betonte das Industrielle Design im Namen und Programm der Kunstuni, denn im Kampf um Geld seien Unis angehalten, ihr Profil und ihre Alleinstellungsmerkmale zu schärfen. In Linz seien dies eine Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategie und auch die Zusammenarbeit mit der Ars Electronica. Seit 14 Jahren gebe es die Interface Cultures beim Festival, das sei ein Teil des Curriculums und wichtig für die Studierenden, um in einem internationalen Netzwerk Kontakte zu knüpfen, betonte Studienleiterin Christa Sommerer.

Information

"Please Recharge", Ausstellung in der PostCity, 6. bis 10. September, Do
- So 10 bis 19.30 Uhr, Mo 10 - 18 Uhr; http://ars.electronica.art/error
oder www.ufg.at

Kritische Haltung gegenüber sozialen Medien

Eine junge Generation an Medienkünstlern stehe Sozialen Medien kritisch gegenüber, wolle mit der eigenen Energie und der Umwelt besser umgehen. Die Vereinnahmung durch solche Medien werde sogar Digital Natives zu viel, erklärte Sommerer. Das zeige besonders schön das Projekt "You are running out of battery" von Sofia Braga. Braucht man einen Moment Ruhe, kann man sich an das gleichnamige Netzwerk anschließen, sein Telefon auflegen, aufladen - und sich entspannen, auf einer der Luftmatratzen, umgeben von Pflanzen und ganz getrennt von der Online-Welt. Ebenfalls sehr analog aber interaktiv ist der Beitrag "Schreib bitte wieder bald, ich warte jeden Tag auf Post" von Astrid Dober und Ilona Stuetz. Hier kann man sich selbst oder anderen eine Postkarte schicken - eine, die schon einmal geschrieben und auf Flohmärkten verkauft wurde. Den Künstlerinnen geht es um den Recycling-Gedanken, Abstand zur Online-Welt und darum, einmal etwas anderes als Rechnungen im Postfach zu finden.

Zauberhaft ist die Arbeit von Qian Ye und Melanie Tonkowik, die ein interaktives Buch zum Thema Natur entwarfen, das Kindern das Medium Buch näherbringen soll. Nicht wischen, sondern pusten oder mit der Handfläche beschützen, löst hier Aktivitäten aus. Stevie Jonathan Sutanto hat mit "inMemory" einen kleinen rituellen Raum geschaffen, der Opfern des Terrorismus gedenkt. Jeder Funke einer der vier Klangschalen auf einer Weltkarte ist einem Terror-Opfer gewidmet. Eine angeschlossene Datenbank enthält Informationen über Terror-Angriffe in der ganzen Welt von 1970 bis 2016. Einen Teil der Ausstellung machen Augmented-Reality-Projekte der Studierenden von Gastprofessorin Tamiko Thiel aus. Dawn Faelnar, die aus Los Angeles nach Linz zog, um an der Kunstuni zu lernen, bittet in "Adopt-An-ArtStudent" um Hilfe für hungernde Studenten. Mittels Smartphone kann man sich eine der drei Barbie-Puppen in einem kleinen Haus aussuchen und ihr dann Bier kaufen oder sie ins Bett bringen.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-09-05 15:29:51
Letzte Änderung am 2018-09-05 15:30:42


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