Danh Vo thematisiert in seinen Objekten Krieg und Flucht. - © Nick Ash
Danh Vo thematisiert in seinen Objekten Krieg und Flucht. - © Nick Ash

Kopenhagen. Das Thema beherrschte viele Gespräche in der dänischen Hauptstadt. Im Zuge diverser Ausstellungs- und Kunstmesseneröffnungen waren sowohl die Position als auch die Zukunftsaussichten Kopenhagens als aufstrebende Kunstmetropole intensiv diskutiertes Thema zwischen Direktoren, Kuratoren, Sammler und Journalisten aus dem In- wie Ausland. Mit gutem Grund: Seit einigen Jahren unternehmen die Stadtverwaltung, die dänische Regierung und private Institutionen einiges, um den Standort im Reisekalender internationaler Kunsttouristen nachhaltig zu verfestigen. Nicht nur, was bildende Kunst oder Design betrifft. Allein die beiden - einander gegenüberliegenden - gigantischen Neubauten der Oper und des Theaters am Hafen zeugen von entschlossener Investitionslust in Sachen Kunst. Wie das Ziel erreicht werden soll oder kann, darüber gibt es natürlich unterschiedliche Ansätze. Einer davon scheint, Kunstmessen internationalen Formats zu organisieren.

Eine Frage der Beständigkeit

Daher standen vergangene Woche die zeitgenössische Kunst und modernes Design im Mittelpunkt des Besucherinteresses - die Kunstmessen Code Art Fair sowie Chart Design haben ihre Pforten geöffnet. Die Code Art Fair wurde vor zwei Jahren gegründet und ist, wie Direktorin Julie Leopold Alf betont, die einzige internationale Kunstmesse in Skandinavien. Gerade bei der Internationalität zeigen sich die Anfangsschwierigkeiten bei Neugründungen von Kunstmessen. Die Leitung bemüht sich intensiv um Galerien und Sammler, und die Preise für die Teilnahme sind für ein Hochpreisland wie Dänemark mehr als moderat. Mit offensiver Akquirierung und Einladungspolitik gelang es, bis dato drei respektable Ausgaben zu organisieren. Betrachtet man jedoch das Ausstellerverzeichnis genauer, bemerkt man, dass sich jedes Jahr die Teilnehmerliste signifikant unterschieden hat und hauptsächlich die Beständigkeit fehlt.

In diesem Jahr befanden sich unter den 80 Galerien sechs aus Österreich - Mauroner, Krinzinger, Krobath, König, Kandlbauer und Winter. Mit durchaus bemerkenswerten Präsentationen, wie Kandlbauer mit den Künstlern Karl Karner und Maximilian Prüfer, Krinzinger mit Hans Op de Beck, Eva Schlegel und Brigitte Kowanz oder Winter mit einer Gegenüberstellung von Helga Philipp und Judith Fegerl. Das überwiegende Fazit der Galerien nach der Messe war sehr verhalten - interessante Kontakte ja, Verkauf aber eher mau. Es wird spannend zu beobachten sein, wer aus Österreich im kommenden Jahr bei der Code Art Fair wieder präsent sein wird.