• vom 05.09.2018, 16:31 Uhr

Kunst

Update: 05.09.2018, 16:46 Uhr

Kunstszene

Auf dem Weg zur Kunstmetropole




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"International" neu definiert

Vollkommen anders lief es bei der zweiten Kunstmesse in der Stadt, der Chart. Hier ist die Teilnahme auf Galerien aus nordischen Ländern limitiert. Es mag der nationale Moment sein oder die - im Gegensatz zur Code - absolut zentrale Lage: Die Schau wurde sowohl von interessierten Besuchern als auch von internationalen Sammlern regelrecht gestürmt. Hinzu kommen die einzigartigen, hellen und großzügigen Räume in der Kunsthalle Charlottenburg, die einladender wirkten als der Nullachtfünfzehn-Messebau im Nirgendwo. Ebenso verzichtete man auf das tradierte Messekonzept mit einzelnen Ständen und somit wurde eher der Eindruck einer kuratierten Ausstellung vermittelt.

Es regt natürlich etwas zum Schmunzeln an, wenn eine Kunstmesse mit 32 großteils renommierten, weithin bekannten Galerien, wie aus Norwegen (Brandstrup), Schweden (Nordenhake), Island (i8 Gallery), Finnland (Anhava) und Dänemark (Staerk, Wallner), nicht auch als "international" bezeichnet wird. Wie auch immer. Die Chart war auf jeden Fall ein deutlicher Hinweis darauf, wie selbstbewusst und anerkannt die Galerienszene nicht nur in Dänemark, sondern auch in den Nachbarstaaten ist.

Der zweite Ableger der Chart, die kleine, feine Designmesse, hat wieder einmal bewiesen, welchen Stellenwert Design in der Region hat. Das Angebot der Aussteller, wie Berg (Schweden), Dansk Mobelkunst, Galleri Format Oslo oder Gallery Lemetti (Finnland), zwischen bekannten Entwürfen und zeitgenössischer Avantgarde formuliert großteils ein bemerkenswert klares und schnörkelloses Konzept. Als Ergänzung und Erweiterung zur Designmesse sollte unbedingt ein Besuch des Design-Museums auf dem Programm stehen.

Die Kunst und das Meer

Ein Aspekt, der sichtbar macht, wie hoch das Niveau öffentlicher Ausstellungsinstitutionen bereits ist. Wie das SMK (Statens Museum for Kunst) oder das Louisiana. Das SMK hat mit der außergewöhnlichen Ausstellung des vietnamesisch-dänischen Künstlers Danh Vo "Take my breath away" die Kunstwoche eröffnet. Vo, der mit seiner Familie aus Vietnam geflohen ist, thematisiert mit Objekten, Videos und Skulpturen eindrücklich und scharfsinnig die Geschichte von Krieg, Verfolgung und Flucht.

Das absolute Muss einer Reise nach Kopenhagen ist der Besuch des Louisiana Museums. Etwas außerhalb gelegen, macht das Museum den Besucher regelmäßig atemlos: die grandiose Sammlung, die Ausstellungsräume, der Skulpturenpark und die Lage am Meer. Eine überaus einschneidende wie einzigartige Erfahrung.

Mit seinen Institutionen, Museen und Galerien ist Kopenhagen eine Kunstmetropole. Die Messen müssen ihr Profil und Konzept konsequent weiterverfolgen.


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Schlagwörter

Kunstszene, Kunstmesse, Dänemark

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-05 16:42:01
Letzte Änderung am 2018-09-05 16:46:23


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