Wien. Es wäre an der Zeit, die Erfolgsgeschichte der Kunstmesse weiter zu schreiben. Würde sich das Ereignis nicht in Wien abspielen. Anscheinend ist es in den zeitgenössischen Kunstgenen der Stadt festgeschrieben, dass auf bemerkenswerte und viel beachtete Ausgaben der hiesigen, international ausgerichteten Kunstmesse, der Vienna Contemporary, mit einem Mal Vieles im Bereich der Organisation und Zukunft wieder auf wackligen Beinen steht. Aber davon später.

Zuerst sind die positiven Seiten der Messe hervorzuheben. Für die vierte Ausgabe konnten 108 Aussteller gewonnen werden: 100 Galerien und acht Institutionen. Davon kommen 35 Galerien aus Ländern aus Zentral- und Osteuropa, dem langjährigen Fokus der Messe. Die künstlerische Leiterin Christina Steinbrecher-Pfandt verweist außerdem darauf, dass es zum ersten Mal gelungen sei, die erstaunliche Sammlung der Deutschen Telekom in Wien zu präsentieren sowie die Tradition, einem Gastland eine besondere Plattform zu bieten, mit Armenien weiter verfolgt wurde. Außerdem haben es die Organisatoren geschafft, von der Stadt Wien eine Zusicherung für kommende Ausgaben bis 2027 zu bekommen. "Bis zum OK haben wir schon gezittert, ob wir unseren Weg weiterführen können", erklärt der kaufmännische Direktor Renger van den Heuvel.

Charlotte Kolbassa zeigt ihre Installation in der Galerie Zeller van Almsick. - © kunst-dokumentation.com/Manuel
Charlotte Kolbassa zeigt ihre Installation in der Galerie Zeller van Almsick. - © kunst-dokumentation.com/Manuel

Galerien boomen

Des Weiteren verweist Steinbrecher-Pfandt auf den unglaublichen Boom, den Wien bei Neueröffnung von Galerien in den vergangen zwei, drei Jahren aufzuweisen hat: "Mehr als zehn Galerien haben in der Stadt neu eröffnet. Die meisten nehmen an der Messe teil und können hier ihr Programm einem internationalen Publikum präsentieren", so die künstlerische Leiterin bei der Eröffnung. Hier sind etwa Galerien wie Gianni Manhattan mit den Skulpturen von Barbara Kapusta, Zeller van Almsick mit einer malerischen Installation von Charlotte Klobassa, Sophie Tappeiner mit Arbeiten von Angelika Loderer und Anna Schachinger, Crone mit fragil fotografischen Arbeiten von Peter Miller, SCAG mit konzeptuellen Werken von Julian Palacz oder Lisa Kandlhofer mit der Installation von Nana Mandl, die es mit dieser Zusammenstellung innerhalb von nur zwei Jahren wieder geschafft hat, den Preis von Bildrecht für die beste Standpräsentation (4000 Euro) zu gewinnen.

Bei den Fokusgalerien aus CEE stechen besonders Careva aus Riga, Ani Molnar und Tobe Gallery aus Budapest, pop/off/art gallery aus Moskau und Le Guren aus Warschau.

Im regulärem Programm sind es Galerien wie Taik Persons aus Helsinki mit Fotografien der großartigen Elina Brotherus (speziell die ironische Arbeit von Valie Export und ihr), Rosemarie Schwarzwälder mit der Malerei von Ernst Caramelle, Emanuel Layr mit einem hervorragend kuratierten Stand, Georg Kargl mit Zeichnungen von Nedko Solakov, Zilberman Gallery aus Istanbul oder Krinzinger mit Preziosen von Waqas Khan.