Klimts Sammlung

Daneben zeigen sich vor allem Paul Gauguin und die Nabis, aber auch Félix Valloton, Pierre Bonnard und Henri de Toulouse-Lautrec von den flächenhaften, starkfarbigen Farbholzschnitten mit ihren ausschnitthaften Kompositionen beeindruckt, aber auch nach Ungarn zu Bertalan Székely oder auf die Symbolisten James Ensor, Odilon Redon und Alfred Kubin haben Katsushika Hokusai, Utagawa Hiroshige oder Kitagawa Utamaro gewirkt.

Die einzelnen Kapitel wandern chronologisch und thematisch durch 30 Jahre Japonismus quer durch Europa und zeigen auch die Stoffdrucke der Wiener Werkstätte in ihrer japanischen Abhängigkeit. Ein Kabinett vereint die wenigen Reste der großen Japonicasammlung Gustav Klimts, die er neben seinen Plakaten und Grafiken vor allem in den frühen "Nixen - Silberfische" 1902/03 reflektiert. Die Stoffe, Rüstungen und Keramiken sind 1945 im Atelierraum seiner Erbin Emilie Flöge nach der Bombardierung Wiens verbrannt. Wie Klimt war auch Edvard Munch in Deutschland und Norwegen vom Japonismus erfasst, auch wenn seine Themen eher den Tod und psychische Ausnahmesituationen beschwören. Die formale Obsession kommt auch bei Mary Cassatt, Georges Lacombe oder Maria Zeiller-Uchatius stark zum Ausdruck neben den bekannten Oskar Laske, Josef Hoffmann und sogar Oskar Kokoschka in seinen Anfängen.

Blutauffrischung

Die Konfrontation mit den hier weitgehend unbekannten Japanern Gyosai Chikamaro, Totoya Hokkei, Utagawa Kuniyasu und vielen anderen, lässt diese Leidenschaft gut nachvollziehen, die auch die Literaten erfasste, teilweise aber, wie von Emile Zola, kritisiert wurde.

Hokusais Kompositionen wurden von manchem Maler als ewig jung bleibende Kunst gesehen, während die europäische altere, daher bezeichnete Siegfried Bing das Amalgam mit der Westkunst auch als Blutauffrischung. Bing veranstaltete bei Durand in Paris 1888 eine Ausstellung der Farbholzschnitte Utamaros und Hiroshiges an Wänden in Altrosa und Pistazienfarbe. Van Gogh sah sie und schrieb voller Begeisterung an seinen Bruder Theo. Eine dem Japonismus folgende Utopie fremder Kultur stand den Künstlern noch bevor - sie schlachtete dann die Kunst der Prähistorie, die "Volkskunst" und die "Primitiven" aus. Kandinsky und Marianne von Werefkin waren da weiter mit dabei. Auch Tiermotive und Pflanzenornamente konnten sich bei Paul Klee oder Franz Marc weiter entfalten.