Wien. Das lange Ringen um die Zukunft der Sammlung Essl hat ein Ende: Karlheinz Essl schenkt der Albertina 1.323 Kunstwerke, die 2.134 Einzelobjekte umfassen. Wie Kulturminister Gernot Blümel, Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder und der Sammler bekannt gaben, handelt es sich dabei um 100 Prozent jener 40 Prozent der SE Sammlung Essl GmbH, die bisher im Besitz der Familie Essl war.

Der Anteil von Hans Peter Haselsteiner wird der Albertina für 27 Jahre als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. "Nach vielen gemeinsamen intensiven Gesprächen haben wir eine langfristige Lösung gefunden. Es wäre unfassbar schade, wenn diese wichtige Sammlung für die Öffentlichkeit nicht zugänglich wäre, da waren sich, glaube ich, auch immer alle einig", erläuterte der Kulturminister Donnerstagnachmittag vor Journalisten. Es müsse daher im kulturpolitischen Interesse sein, die Sammlung einem breiten Publikum zugänglich zu machen. "Mitgedacht werden muss aber auch der sorgsame Umgang mit Steuergeld", so Blümel, der in den vergangenen Monaten prüfen ließ, ob es eine Alternative zu der von seinem Vorgänger Thomas Drozda ausgehandelten Deal der Dauerleihgabe gibt. "Ich bin froh, dass wir auf eine weitere Variante gestoßen sind", so Blümel.


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Sammlung Essl in der Albertina
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Schröder zeigt sich erfeut

Sichtlich erfreut zeigte sich Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder: "Heute wurde die Albertina und damit die Republik Österreich beschenkt, um dieses Geschenk an Hunderttausende Menschen weiterzugeben. Mein tiefer Dank gilt Karlheinz Essl, Agnes und Martin Essl sowie allen Mitgliedern der Familie und allen Stiftungsvorständen." Karlheinz Essl erklärte seine Motivation, die Sammlung nun doch der Albertina zu schenken, mit der damit verbundenen gesicherten Zukunftsperspektive: "Wir legen Sammlung vertrauensvoll in die Hände der Albertina. Damit wird sie dauerhaft erhalten, wissenschaftlich und restauratorisch betreut und der Öffentlichkeit präsentiert." Er sei überzeugt, dass seine Sammlung "hier die besten Voraussetzungen findet, um sich zu entfalten und die Bandbreite des Potenzials zur Geltung gebracht werden kann". Er freue sich schon, wenn er das erste Mal eine aus der Sammlung bestückte Ausstellung betreten werde.

Gezeigt wird die Sammlung künftig im Künstlerhaus, das Haselsteiner derzeit um 40 Mio. Euro renovieren lässt. Seiner Stiftung gehören weiterhin 60 Prozent der gesamten Sammlung, die insgesamt laut Schröder rund 4.600 Werke umfasst. Erarbeitet wurde die Teilung von der Albertina, das Auktionshaus im Kinsky bewertete den Albertina-Sammlungsteil mit einer Bandbreite von 84,5 bis 91,1 Mio. Euro. "Die Kriterien waren ganz einfach. Es musste eine faire Trennung sein. Im Teil von Haselsteiner finden sich 60 Prozent an bedeutenden Werken." Allerdings gebe es in der Sammlung Werke von "nicht musealer Qualität", diese seien bei Haselsteiner verblieben und sollen gegebenenfalls verkauft werden, um Lücken in der Sammlung durch weitere Ankäufe zu schließen, wie Schröder ausführte. Die Albertina hingegen kann aus dem ihr geschenkten Teil keine Verkäufe tätigen. Auch alle mit der Sammlung verbliebenen Verbindlichkeiten wurden von Haselsteiner übernommen.