• vom 27.10.2018, 09:00 Uhr

Kunst

Update: 29.10.2018, 11:09 Uhr

Bildende Kunst

Ein Jahrhundert Schiele




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Von Wolfgang Georg Fischer

  • Kurzes Leben, langer Ruhm: Zum 100. Todestag des Künstlers ein Rückblick auf eine Karriere, die erstaunlich rasch zu Weltgeltung führte.



Eines von Schieles Hauptwerken, beheimatet in der Sammlung Leopold: "Selbstbildnis mit Lampionfrüchten", 1912.

Eines von Schieles Hauptwerken, beheimatet in der Sammlung Leopold: "Selbstbildnis mit Lampionfrüchten", 1912.© VCG Wilson/Corbis via Getty Images Eines von Schieles Hauptwerken, beheimatet in der Sammlung Leopold: "Selbstbildnis mit Lampionfrüchten", 1912.© VCG Wilson/Corbis via Getty Images

Am 31. Oktober 2018 jährt sich der 100. Todestag des inzwischen weltberühmten Malers Egon Schiele. Er ist im Hause seiner Schwiegereltern Harms, in der Hietzinger Hauptstraße (Wien 13), im Haus gegenüber von seinem Atelier, verstorben.

Das Andenken an ihn und sein revolutionäres Werk wird weltweit gefeiert, allen voran durch eine Ausstellung in der Orangerie der Österreichischen Galerie im Belvedere. Diese Galerie ist neben dem Leopold Museum und der Graphischen Sammlung Albertina weltweit jenes Museum, das den reichsten Bestand an Schiele Ölgemälden vorweisen kann. Noch zu Lebzeiten des früh verstorbenen Künstlers hat der mutige und visionäre damalige Direktor, Franz Martin Haberditzl, ein Bild für die damalige Staatsgalerie erworben (die Frau des Künstlers, Edith Schiele, im blauen Kleid darstellend, 1918).

Haberditzl hat allerdings verlangt, dass Schiele das avantgardistische Muster des Rockes grau zu übermalen hätte, damit seine Majestät Kaiser Franz Joseph bei einem eventuellen Besuch nicht durch das revolutionäre Ornament beleidigt werden würde.

Diese Erwerbung ist der erste Museumsankauf eines monumentalen repräsentativen Ölbildes. Egon Schiele schreibt dazu am 21. Juni 1916 an seinen Förderer Arthur Roessler, den Kunstkritiker der "Arbeiter-Zeitung": "[. . .] ich glaube daß heute wenigstens ein Bild doch in der St.-G. [Staatsgalerie] hängen könnte." Eine große Genugtuung und Ehre für einen erst 26-Jährigen.

Das kurze Leben des Künstlers - er starb im letzten Kriegsjahr bekanntlich an der grassierenden Spanischen Grippe - beginnt in Tulln, wo er am 12. Juni 1890 zur Welt kommt. Sein Vater war der Eisenbahnbeamte Adolf Eugen Schiele (1851-1905), Stationsvorstand der k.u.k. Staatsbahnen. Seine Mutter Marie, geborene Soukup, stammte aus Krumau in Mähren. Egon ist das jüngste Kind nach drei Schwestern, Elvira, Melanie und Gerti.

Er besucht die Volksschule in Tulln und das Realgymnasium in Krems, kommt aber nach der Übersiedlung nach Klosterneuburg in das dortige Stiftsgymnasium. 1905 stirbt sein Vater, nachdem er schon 1902 wegen Geisteskrankheit pensioniert worden war. In die Wiener Akademie aufgenommen, stellt sich der Student mit einem mutigen Manifest gegen seinen Lehrer Christian Griepenkerl, der als einst viel beschäftigter Ringstraßenmaler noch die ästhetischen Ideale des späten 19. Jahrhunderts vertritt.

Das Jahr 1907 markiert die beginnende Freundschaft mit Gustav Klimt, mit dem für Schiele - ebenso wie für viele seiner anderen revolutionären Zeitgenossen (wie etwa Oskar Kokoschka) - ein lebenslanger Förderer gewonnen wird. Klimt verschafft ihm 1908 den Zugang zur denkwürdigen Kunstschau, auf der zum ersten Mal die zukunftsweisenden Werke der Wiener Moderne in einer Gesamtschau vorgestellt werden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-10-25 12:52:03
Letzte Änderung am 2018-10-29 11:09:56


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