• vom 31.10.2018, 13:31 Uhr

Kunst

Update: 31.10.2018, 13:55 Uhr

Holocaust-Überlebende

Auschwitz-Museum stellt Gemälde von Olère aus




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, AFP

  • Die Bilder zeigen das Grauen in den Gaskammern des NS-Vernichtungslagers.

Eine Besucherin vor einem  Werk des polnisch-französischen Holocaust-Überlebenden David Olère. - © APAweb / Reuters, Agencja Gazeta/Jakub Porzycki

Eine Besucherin vor einem  Werk des polnisch-französischen Holocaust-Überlebenden David Olère. © APAweb / Reuters, Agencja Gazeta/Jakub Porzycki

Auschwitz-Birkenau. Im Museum der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ist am Dienstag die bisher größte Ausstellung von Werken des polnisch-französischen Holocaust-Überlebenden David Olère eröffnet worden. 19 Gemälde des jüdischen Künstlers stammen aus der eigenen Sammlung des Auschwitz-Museums, 60 weitere sind Leihgaben der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Die Bilder zeigen das Grauen der Gaskammern in dem Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. "Sein Werk ist außergewöhnlich, weil wir ohne ihn nicht wüssten, was in den Krematorien geschah", sagte der Rechtsanwalt und Aktivist Serge Klarsfeld, der sich für die Familien der im Zweiten Weltkrieg deportierten französischen Juden einsetzt. "Ohne ihn wüssten wir nicht einmal, wie die Gaskammern aussahen."

1902 in Warschau geboren

Der 1902 in Warschau geborene Olère studierte an der Kunstakademie in Warschau und gelangte über Berlin nach Paris, wo er Plakate für Filmstudios entwarf. Nach seiner Festnahme durch die französische Polizei 1943 kam er ins Sammellager Drancy nördlich von Paris und wurde nach Auschwitz deportiert.

Dort wurde Olère dem sogenannten Sonderkommando zugeteilt und musste die Leichen aus den Gaskammern und die Asche aus den Öfen entfernen. Seine Gemälde seien die einzigen bildlichen Darstellungen der Gräueltaten aus der Perspektive eines Augenzeugen, sagte die Kunsthistorikerin Agnieszka Sieradzka.

83-jährig gestorben

Olère starb 1985 im Alter von 83 Jahren in Frankreich. Sein Enkel Marc sagte am Dienstag, er hoffe, dass die Ausstellung als Warnung vor den Gefahren von Nationalismus und Populismus diene.

Auschwitz-Birkenau war das größte Vernichtungslager der Nationalsozialisten im damals von Hitler-Deutschland besetzten Polen. Etwa 1,1 Millionen Menschen wurden dort ermordet, die meisten von ihnen waren Juden. Auch 80.000 nicht-jüdische Polen, 25.000 Sinti und Roma sowie 20.000 sowjetische Soldaten wurden in dem Lager ermordet, das die sowjetische Rote Armee am 27. Jänner 1945 befreite.





1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-10-31 13:31:41
Letzte Änderung am 2018-10-31 13:55:22


Bildende Kunst

Claudia Larcher

Geboren 1979 in Bregenz, 2001- 2005 Studium Medienübergreifende Kunst bei Prof. Bernhard Leitner, Universität für Angewandte Kunst... weiter




Fotografie

Catharina Freuis

Geboren 1985 in Wien; 2004- 2011 Studium der Bildenden und Medialen Kunst, Fotografie, an der Universität für Angewandte Kunst Wien... weiter




Fotografie

Nina Rike Springer

Geboren 1976 in Klagenfurt; 2001- 2007 Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien und an der Bauhaus-Universität in Weimar; zahlreiche... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Kammermusik ist fast wie Urlaub"
  2. Martha, Martha, du entschwandest
  3. In der Kraftkammer
  4. Mit Furor zum Feuerzauber
  5. Die Unwägbarkeiten von Körper und Klang
Meistkommentiert
  1. "Kammermusik ist fast wie Urlaub"
  2. Led Zeppelin: Als das Luftschiff fliegen lernte
  3. Martha, Martha, du entschwandest


Der Deutsche gab am Pult im Goldenen Saal des Musikvereins den Kapellmeister Deluxe.

Förderpreisgewinner Christoph Fritz mit Moderatorin Verena Scheitz und "vormagazin"-Chefredakteur Christoph Langecker. Peter Handke bei der Verleihung des 19. Wiener Theaterpreises "Nestroy" im Theater an der Wien. Hier mit dem Preis für sein Lebenswerk.

Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913


Werbung