Geboren 1947 in Innsbruck; mit 16 Jahren erste Ausstellung von Federzeichnungen zum Buch "Hiob" des Alten Testaments. Kaiser engagierte sich in der 68er Bewegung und ihren Folgen, redigierte Zeitschriften im Stil von Karl Kraus, studierte Soziologie, Kunstgeschichte und Philosophie, arbeitete als Nachtportier und Bibliothekar und dissertierte über die Hegel’sche Ästhetik.

Ab 1980 suchte er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Frau, der Malerin Hildegard Stöger, wieder den Weg zur Malerei, zunächst mit großen Schwierigkeiten. Seit 1983 regelmäßige Ausstellungstätigkeit in Galerien, Kunsthallen, auf Kunstmessen u.a.; 1996 Einzelausstellung durch die österreichische Galerie Belvedere im Atelier im Augarten. Kunsttheoretische Veröffentlichungen. Lebt in Wien.

Siehe auch: www.leanderkaiser.com

"Allen Bildern von Leander Kaiser, den Landschafts- und den Figurenbildern, den kleinen und den großformatigen, ist bei allen Unterschieden eines gemeinsam: Sie sind in einem ständigen Wechselspiel von Nah- und Fernansicht entstanden. Der Maler tritt während des Malprozesses ständig zurück, sucht die weite Perspektive, rekurriert zur Detail-Gestaltung der Oberfläche und sucht wieder Abstand. Diesen ständigen Perspektivenwechsel können wir als Betrachter sehr gut nachvollziehen. Die Bilder funktionieren nicht nur aus beiden Perspektiven, sie wirken jeweils ganz anders, aber in jedem Fall intensiv. Aus der Nähe kommt vor allem der trockene Farbauftrag, das bewusste Vermeiden aller Glanzeffekte zum Tragen, der vielschichtige Farbaufbau, mit dem die oberen Schichten häufig leicht aufgeraut und aufgerissen sind und komplementäre Farbgründe durchscheinen lassen. Aus der Fernsicht hingegen entfalten die austarierten Kompositionen ihre ganze melancholisch-schwebende Leichtigkeit." (Verena Krieger)