"Das Gehirn wurde – neben Röhre und Ameise – Ende der 1980er Jahre zu einem bis heute werkprägenden Motiv Peter Koglers. Es interessiert ihn als weltweit und zeitlos lesbares Zeichen ohne kulturspezifische Determinierung, aufgrund seiner strukturalen Nähe zu Labyrinthen und seiner Einbindung in den Themenkomplex von Informationsfluss und Datenströmen. Ausgeführt als Tuschzeichnung, Siebdruck oder Gemälde, als kleine farbige Skulptur aus synthetischem Material, als mannshohe Innen- oder als monumentale Außenskulptur, stets hat Kogler das Gehirn entindividualisiert...
Das Netzwerk Gehirn, Ort der Informationsverarbeitung, wird nicht nur seiner schützenden Außenhülle entledigt, also entblößt, sondern auch durchleuchtet. Wir blicken durch das Gehirn hindurch ins Leere."
(Dörte Zbikowski)

Peter Kogler

Geboren 1959 in Innsbruck, studierte von 1974 bis 1978 an der Kunstgewerbeschule in Innsbruck, dem sich von 1978 bis 1979 ein Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien anschloss. Von 1986 bis 1987 war er Dozent an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, Frankfurt am Main, und 1993 an der Académie des Beaux Arts le Mans, Frankreich. 1997 wurde er Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien und leitete die Meisterklasse für Computer- und Videokunst. Seit 2008 hat er eine Professur für Grafik an der Akademie der Bildenden Künste München inne und gehört dort dem Senat an; zahlreiche Ausstellungen, Installationen und Auszeichnungen.
Lebt und arbeitet in Wien.