"Neulich": Unter diesem Kolumnentitel tut der deutsche Autor Andreas Maier seine Meinung in der Literaturzeitschrift "Volltext" kund. Eine erste Sammlung der Beiträge in Buchform erschien 2010 ("Onkel J. Heimatkunde"). Nun folgt eine nächste Auswahl: "Was wir waren". Wobei die Krux in dem "Wir" steckt - wie der Autor darlegt:

Wann fing es nur an "mit diesem Lebensunwort", das heute jeder, quer durch alle Lager, im Munde führt, fragt sich dieser eingefleischte Individualist (Jahrgang 1967), der nun plötzlich und alternativlos "wieder in einem Kollektiv drinsitzen muss, ganz tief und metaphysisch und noch dazu medial totalvernetzt und totalerfasst".

Andreas Maier blickt in den Kolumnen zurück auf seine Kindheit und Jugend, seine Reisen, seine Romane (die von Kindheit, Jugend, der heimatlichen Wetterau handeln. . .); er gleicht "die Zeit, als alles in Ordnung war" (selbst-)
ironisch ab mit einer Gegenwart, deren Geist er sogar an den Rasurkanten der "Neubärte" abliest.

Dabei spürt er stets den Ankerketten und Stolpersteinen nach, welche seine jeweiligen "Wahrheitsphasen" für ihn als "Kultursublimierten" bereithielten.

Maiers Texte sind melancholische Vermessungen der eigenen Lebensbahn und Schaffensphilosophie, die uns das eine Mal subtile Korrespondenzen zwischen Materie und Geist erschließen, ein andermal unser Wien-Bild um ein Paar rote Stricksocken bereichern.