Der namhafte französische Lyriker Yves Bonnefoy (1923-2016) spürt in diesem Band, der ganz zu Ende seines Lebens entstand, seiner eigenen Geschichte und der seiner Eltern nach. Anhand eines vor langer Zeit angefangenen und niemals fertiggestellten Gedichts, dessen Anspielungen und Hinweise ihm selbst erst in der Arbeit des Schreibens klarer werden, begibt er sich an die Orte seiner Kindheit und Jugend. Er zeichnet ein Bild vom spärlichen Leben in der französischen Provinz zu Anfang des letzten Jahrhunderts und von seinem Aufbruch in die Literatur und in die Metropole. Zugleich nehmen wir an einer Rundreise durch die Bedingungen und Möglichkeiten der Poesie teil, dieser eigenwilligen und oft nur in Bruchstücken erahnbaren Methode, Sprache und Welt zu vermählen.

Was den Autor trägt, ist der Glaube an die Haltbarkeit dieses Schreibens, an ihre Wichtigkeit, ja Unerlässlichkeit für das Leben der Menschen, und dieser Glaube bettet ihn jedenfalls komfortabel in die Tradition, der er sich zugehörig fühlt, die französische zwischen den Klassikern und der seit Baudelaire, Rimbaud und Mallarmé von dort in die Welt hinaus gewanderten Moderne.

Mit einem Wort, es geht um etwas, das in der Literaturgeschichte gern als das "schwer Zugängliche" bezeichnet wird.